Kriminalität

Mutmaßlicher Autobrandstifter auf freiem Fuß

Einen Tag nach seiner Festnahme ist gegen einen mutmaßlichen Autobrandstifter Haftbefehl mit gleichzeitiger Haftverschonung erlassen worden. Das bedeutet, dass der Mann wieder auf freiem Fuß ist, sich aber zweimal die Woche bei der Polizei melden muss.

Der 43-Jährige war zusammen mit einem zweiten, 24 Jahre alten Verdächtigen am frühen Freitagmorgen unmittelbar nach einem Brandanschlag in Moabit in der Nähe des Tatortes von der Besatzung eines Hubschraubers entdeckt und kurz darauf von der Polizei gefasst worden. Bei der Durchsuchung beider Männer fanden die Beamten mehrere bei Autobrandstiftern besonders beliebte Grillanzünder. Der 24-Jährige musste schon am Freitag wieder auf freien Fuß gesetzt werden. In der Wohnung des 43-Jährigen wurden laut Polizei jedoch Beweismittel zu einer Tat vom 16. Mai gefunden. Damals soll er versucht haben, einen BMW auf der Karl-Marx-Allee in Friedrichshain anzuzünden. Zeugen hatten ihn dabei beobachtet.

Unabhängig von den aktuellen Ermittlungen gegen die beiden Verdächtigen brannten auch in der Nacht zu Sonnabend wieder mehrere Fahrzeuge. Kurz nach zwei Uhr bemerkten Anwohner der Fasanenstraße in Charlottenburg einen in Flammen stehenden Mercedes und riefen die Feuerwehr. Sie konnte allerdings nicht mehr verhindern, dass der Motorraum des Wagens zerstört wurde. Etwa eine halbe Stunde später setzten Unbekannte in der Augsburger Straße, ebenfalls in Charlottenburg, einen in Österreich zugelassenen Audi A6 in Brand. An dem Wagen entstand im Bereich des rechten Vorderrads erheblicher Schaden. Eine weitere Ausbreitung der Flammen konnte die Feuerwehr verhindern.

Neben den beiden Autos geriet auch ein Bagger ins Visier von Brandstiftern. Gegen 1.45 Uhr bemerkte ein Passant auf der Linienstraße in Mitte, wie Flammen aus dem Baufahrzeug schlugen. Der Mann versuchte zunächst selbst, das Feuer zu löschen, alarmierte dann allerdings die Feuerwehr. Auch in diesem Fall entstand der Brand im Bereich eines Reifens. In allen drei Fällen geht die Polizei von einem politischen Hintergrund aus. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Brand auf dem Dach

Die Staatsschützer müssen sich seit Sonnabend zudem wieder einmal um das ehemals besetzte Haus Liebigstraße 14 in Friedrichshain kümmern. An dem Gebäude brannten 20 Quadratmeter Dachstuhl. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Das Feuer war um 0.45 Uhr entdeckt worden, dabei bemerkten Zeugen eine Gestalt auf dem Dach. Eine groß angelegte Suchaktion, bei der ebenfalls ein Hubschrauber eingesetzt wurde, blieb erfolglos. Das Gebäude Liebigstraße 14 war, begleitet von massiven Protesten, im Februar dieses Jahres von der Polizei geräumt worden und wird momentan saniert. In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu Anschlägen, bei denen teilweise erhebliche Schäden entstanden.