Kulturtipp

Gutspark Neukladow: Konzerte hören, wo vor 200 Jahren Bismarcks Mutter wohnte

Der Gutspark Neukladow liegt nur wenige Fahrrad-Minuten von der Fähranlegestelle Alt-Kladow entfernt

Wer der Imchenallee zunächst nach rechts folgt, erreicht bald das westliche Tor des sehenswerten Geländes. Alte große Bäume säumen die Wege, dazwischen leuchtet das Grün der sanft ansteigenden Wiesen. Den schönsten Blick über die Havel Richtung Schwanenwerder hat man von der Villa Luise aus, in der an Wochenenden und Feiertagen das "Café Luise" öffnet - bisweilen sogar mit Live-Jazz oder -Klassik.

Musik für Spaziergänger und Picknicker - das wäre sicher im Sinne von David Gilly gewesen. Der Architekt und Stadtplaner hat den Park um 1800 mitgestaltet und sich selbst ein Wohnhaus darin errichtet. Das Gut gehörte Friedrich Wilhelm III, der es seinem Kabinettsrat Anastasius Ludwig Mencken übergab. Am Kopfende der Villa Luise hängt heute noch eine Tafel mit der Inschrift "In diesem Hause wohnte Wilhelmine Luise Mencken, die Mutter Bismarcks, 1800-1806". Sie war die Tochter des Kabinettsrats und gab der Villa ihren Namen. Oft wechselte der Park seinen Besitzer, manche ließen ihn verwildern, einige pflegten ihn - wie Johannes Guthmann, der den Park Anfang des 20. Jahrhunderts von seinem Vater Robert Guthmann übernahm. Der hatte bereits versucht, die ungepflegte Gutsanlage aufzumöbeln. Spätestens durch die Initiative seines Sohnes Johannes wurde der Park wieder so schön, dass er sich auch zu einem Treffpunkt für führende Köpfe der Kulturszene entwickelte. Unter anderem kamen Gerhard Hauptmann und Max Slevogt.

Heute gehört der Gutspark Neukladow dem Land Berlin und wird verwaltet vom Bezirk Spandau. Der hat die Kulturpark GmbH als Betreiberin eingesetzt. Vom 24. bis 26. Juni findet dort zum dritten Mal ein Yogafestival statt. Das Café Luise kann man auch für Feiern mieten. Ab Herbst gibt es dort regelmäßig Konzerte, Theateraufführungen und Lesungen.

Gutspark Neukladow, Neukladower Allee 9-12, 14089 Berlin.