Verhandlungsergebnis

Pflegekräfte an der Charité stimmen für die Tarifeinigung

Eine Einigung im schwierigen Pflege-Tarifkonflikt an der Charité rückt in greifbare Nähe: Die in der Gewerkschaft Ver.di organisierten Mitglieder haben mit sehr großer Mehrheit (75 Prozent) für die Annahme des Verhandlungsergebnisses vom 20. Mai gestimmt.

Das teilte die Gewerkschaft am Donnerstag mit. Stimmen nun bis Anfang Juni erwartungsgemäß auch die Mitglieder der DBB Tarifunion dem Kompromiss zu, ist der Weg frei zu einer schrittweise Angleichung der Löhne und Gehälter an den bundesweit geltenden Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes.

Die Ver.di-Tarifkommission ist dem Votum der Mitglieder gefolgt und hat sich für die Annahme des Verhandlungsergebnisses ausgesprochen. "Das ist eine sehr vernünftige Entscheidung, weil es auch ein sehr vernünftiger Kompromiss war", zeigte sich Charité-Sprecherin Stefanie Winde erfreut. Was die Höhe der Bezüge anbelangt, sei man den Gewerkschaften deutlich entgegengekommen. "Bei den Laufzeiten gab es hingegen kaum Spielraum", sagte Stefanie Winde mit Blick auf die schrittweise Anpassung. Das Uni-Klinikum hat sich in diesem Jahr gegenüber dem Senat zu einem besonders strikten Sparkurs verpflichtet, um ein Defizit von rund 17 Millionen Euro abzubauen. "Die Politik will von uns die schwarze Null sehen", sagte Winde.

Die Arbeitgeberseite betont, dass man den Gewerkschaften sehr entgegengekommen sei. Der derzeitige Kompromiss sieht vor, dass die Beschäftigten ab Juli dieses Jahres zunächst 150 Euro pro Monat mehr erhalten. Zum Juli 2012 kommen noch einmal 50 Euro dazu. Ab 2013 folgt eine prozentuale Anhebung, die sich am dann geltenden bundesweiten Tarifniveau orientiert. Zum Juli 2013 sollen 96 Prozent dieses Tarifniveaus erreicht sein, ein Jahr später 97,5 Prozent und im Dezember 2014 dann 100 Prozent. Die Regelungen sollen für die Beschäftigten bis zur Einkommensgruppe neun gelten, das entspricht Stationsleitungen. Anfang Mai hatten mehrere Tausend Krankenschwestern, Pfleger und technische Mitarbeiter fünf Tage lang die Arbeit niedergelegt. An der Universitätsklinik war in dieser Zeit nur eine Notversorgung möglich.