Gesundheit

Charité-Neubau für Spitzenforschung feiert Richtfest

Von wegen Elfenbeinturm der Wissenschaften: Am Montag feierte die Charité Richtfest für einen Neubau, der kaum zentraler liegen könnte. Das neue Gebäude ist zwar in den Campus des Universitätsklinikums in Mitte eingebettet, doch rechts hinter dem Gebäude liegt der Hauptbahnhof, links die Friedrichstraße und gegenüber das Regierungsviertel.

Die Spitzenforscher, die hier ab kommendem Jahr arbeiten sollen, würden nahe bei den und für die Berliner Patienten arbeiten, sagte Charité-Chef Karl Max Einhäupl beim Richtfest. Hier könnten häufige wie auch selten auftretende Krankheiten behandelt werden, so Einhäupl. Neben den Forschern sollen im neuen Gebäude Studenten in Grundlagenfächern wie Anatomie und Biologie unterrichtet werden. Für die Studierenden sei der Neubau gut erreichbar, sie müssten nicht mehr nach Dahlem pendeln. Den rund 600 Studienanfängern werde im nächsten Jahr nach Bauabschluss echte Campus-Atmosphäre geboten.

"Besonders stolz bin ich darauf, dass wir trotz der letzten, harten Winter mit dem Bau im Zeit- und Kostenplan liegen", sagte Einhäupl. 86,2 Millionen Euro kostet das Bauwerk, das Architekt Stefan Ludes für die Charité entworfen hat. Davon übernehmen der Bund und das Land Berlin jeweils die Hälfte.

Im Mai 2009 begannen die Bauarbeiter mit dem Abriss des Vorgängergebäudes, im September kam der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zum ersten Spatenstich an die Charité, und im September vergangenen Jahres konnte schließlich der Grundstein gelegt werden. Inzwischen sind 2000 Tonnen Stahl und 12 000 Kubikmeter Beton verbaut worden. Derzeit wird die Fassade gestaltet, wie die historischen Gebäude auf dem Charité-Campus in Mitte wird das Äußere des Neubaus mit rotem Ziegelstein verkleidet. In 14 Monaten soll der Neubau planmäßig fertiggestellt sein. "Dann hoffe ich, dass ich wieder sagen kann, dass wir das geplante Budget nicht überschritten haben", sagte Charité-Chef Einhäupl. Insgesamt beziffert die Charité ihren Investitionsbedarf auf 1,6 Milliarden Euro. "Wir werden also auch in Zukunft noch mit dem Berliner Senat um Mittel streiten", so Einhäupl.

Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) appellierte in seiner Rede zum Richtfest an das Kostenbewusstsein der Charité. Für dringend nötige Bau- und Sanierungsprojekte stehen der Charité bis 2014 Landesmittel von 330 Millionen Euro zur Verfügung, damit müsse verantwortungsvoll umgegangen werden.