Zur Historie

Eine Grotte - außen schlicht, innen nobel

Beinahe wäre sie vom Fahrradweg aus nicht zu entdecken, so unauffällig ist die Muschelgrotte am Jungfernsee. Das war auch die Absicht ihres Schöpfers, Friedrich Ludwig Carl Krüger.

Er baute von 1791 bis 1794 im Auftrag Friedrich Wilhelm II. ein Gebäude in den Neuen Garten, das sich äußerlich in seine natürliche Umgebung einfügen sollte. Entstanden ist eine klobig wirkende Steinhütte, gedacht als Rückzugsort, in der sich aber auch kleine Teegesellschaften trafen und den herrlichen Blick auf den Jungfernsee genossen. Nur wenige Schritte sind es über eine Wiese zum Ufer, der Cecilienhof liegt nur einige Gehminuten entfernt.

So unauffällig die Muschelgrotte von außen wirkt, so aufwendig und kostbar wurde sie im Innern gestaltet. Drei Räume waren ausgestattet mit buntem Glas, großen Spiegeln, Kristallen und kunstvollen Malereien, die Wände wurden zum Teil mit Muscheln und Schnecken geschmückt, der Boden war aus Marmor. Zu Zeiten der Deutschen Teilung lag die Grotte im Grenzgebiet und verfiel, die prachtvolle Innenausstattung verlor ihren Glanz. Die Ruine wird seit 2004 Stück für Stück restauriert. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten erhält dabei Unterstützung vom "Förderkreis Muschelgrotte", der sich dafür einsetzt, das eigenwillige Bauwerk am Jungfernsee möglichst originalgetreu wieder herzustellen, um es Besuchern zugänglich zu machen.

Muschelgrotte im Neuen Garten in Potsdam. Tel. 0331/704 05 21, www.muschelgrotte.de