Schwere Krankheit

Zustand von Kardinal Sterzinsky ist sehr ernst

Dem schwer kranken Berliner Alterzbischof, Kardinal Georg Sterzinsky (75), geht es schlechter. Bei ihm wurde eine Lungenentzündung festgestellt, die Ärzte bezeichneten seinen Zustand als ernst, wie der Berliner Diözesanadministrator, Weihbischof Matthias Heinrich, am Freitag bekannt gab.

Deshalb sei Sterzinsky in dieser Woche aus einer Reha-Einrichtung ins Krankenhaus zurückverlegt worden. Heinrich rief das Erzbistum erneut zum Gebet für den Kardinal auf.

Sterzinsky befand sich nach zwei Magenoperationen von Ende Januar bis Mitte April in einer Berliner Klinik. Dabei wurde er in ein künstliches Koma versetzt, aus dem er nach zwei Wochen erwachte. Mitte April trat er eine Rehabilitationsmaßnahme an. Ende Februar hatte Papst Benedikt XVI. Sterzinskys Rücktrittsgesuch als Erzbischof angenommen. Seither leitet Weihbischof Heinrich das Erzbistum übergangsweise bis zum Amtsantritt eines neuen Erzbischofs. Sterzinsky stand seit 1989 an der Spitze der Erzdiözese.

Wer die Nachfolge von Kardinal Georg Sterzinsky als Berliner Erzbischof antreten wird, ist nach wie vor offen. Der Brief aus Rom, die sogenannte Dreierliste, liegt noch nicht vor. Stefan Förner, Sprecher des Erzbistums Berlin, sagte am Freitag, dass seiner Kenntnis nach noch kein Brief eingegangen ist. Es handele sich zudem um ein geheimes Verfahren, bis zum Ende des Prozesses. Die Namen auf der Liste, so Förner, würden nicht genannt, um niemanden zu beschädigen.

Die Wahl und Ernennung des Erzbischofs seien durch das Kirchenrecht, das Preußische Konkordat von 1929 und die Statuten des Berliner Kathedralkapitels von 1988 geregelt. Danach stellt das Domkapitel eine vom Umfang her nicht festgelegte Kandidatenliste auf, die über die Apostolische Nuntiatur beim Heiligen Stuhl eingereicht wird. Auch die Bischöfe des ehemaligen Freistaates Preußen können Kandidaten präsentieren. Daraufhin erstellt der Heilige Stuhl eine Liste mit drei Kandidaten, aus denen das Kapitel einen zu wählen hat. Nach erfolgter Wahl fragt das Domkapitel gemäß dem Preußen-Konkordat bei der Landesregierung an, ob es Bedenken politischer Art gegen die Wahl gibt. Wenn nicht, teilt der Dompropst Rom den Namen des Gewählten mit. Daraufhin erfolgt die päpstliche Ernennung des Gewählten zum Erzbischof von Berlin. "Erst dann kann der Name des Gewählten öffentlich bekannt gegeben werden", sagte der Sprecher.