Kulturtipp

Villa Schöningen - Ort der Begegnung

Die Villa Schöningen an der Glienicker Brücke ist ein Ort der Gegensätze. Ein buntbemaltes Teil der Berliner Mauer, das vor dem Eingangsbereich steht, nimmt das Thema der historischen Dauerausstellung vorweg.

In deren Zentrum steht die Glienicker Brücke und ihre Rolle während der deutschen Teilung. Die Brücke, die Berlin und Potsdam verbindet, wurde zum Symbol des Kalten Krieges. Auf ihr tauschten die konkurrierenden Mächte vor den Kamera-Augen der Weltöffentlichkeit ihre Agenten aus - Szenen, die einer filmreifen Dramaturgie zu folgen schienen. Ost und West, Freiheit und Unfreiheit trafen hier an der Havel aufeinander. Davon und von dem "Wechselbad deutscher Geschichte" (Angela Merkel) erzählt die Ausstellung in der Villa Schöningen.

Im Parterre des im Jahr 2009 restaurierten Gebäudes schildern Filme, Texte, Fotos und historisches Kartenmaterial die bewegte Geschichte des Ortes, jener Nahtstelle zwischen West und Ost, an der ehemals der Todesstreifen verlief. Mittels moderner Medien, zum Beispiel Computermonitoren mit Touchscreen, werden die Ereignisse audiovisuell dargestellt. Ein Schwerpunkt liegt neben der Historie des 1843 von Ludwig Persius entworfenen Gebäudes und den drei Agenten-Aktionen, bei denen die Geheimdienste insgesamt 38 ihrer Mitarbeiter austauschten, auf Zeitzeugenberichten.

In der ersten Etage wird in Wechselausstellungen zeitgenössische Kunst gezeigt. Bis 24. Juli sind dort mehr als 80 originale Zeichnungen und Serigrafien aus dem Frühwerk Andy Warhols ausgestellt. Von hier aus gelangen Besucher auf die kleine Dachterrasse, die einen Rundumblick bietet - auch auf die Glienicker Brücke.

Villa Schöningen, Berliner Straße 86, Tel. 0331/200 17 41, geöffnet Di.-Fr., 11 bis 18 Uhr, Wochenende 10-18 Uhr, Eintritt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro, Führungen nach Voranmeldung jeden Sonnabend, 13 bis 14 Uhr. "Andy Warhol - frühe Werke" bis 24. Juli