Plantage in Lichtenrade

Mitarbeiter der JVA Tegel handelte mit Cannabis

Polizei und Staatsanwaltschaft ist es gelungen, eine der größten Cannabis-Plantagen auszuheben, die in diesem Jahr in Berlin entdeckt wurden. In Lichtenrade beschlagnahmten die Polizisten Tausende Pflanzen, verkaufsfertiges Marihuana mit einem Wert von etwa 50 000 Euro und Bargeld.

Außerdem nahmen sie zwei mutmaßliche Drogendealer fest. Besonders pikant: Einer der Verdächtigen ist Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Tegel. Ob der 47 Jahre alte Mann die Ernte auch an Gefängnisinsassen verkaufte, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft unklar und Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Der Verdächtige ist bereits seit Februar nicht mehr im Dienst, was nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft aber nichts mit den aktuellen Ermittlungen zu tun hat.

Am Mittwoch nahmen Rauschgiftfahnder des Landeskriminalamts (LKA) die beiden mutmaßlichen Händler im Alter von 29 und 47 Jahren fest. Wie die Ermittler auf die Spur der beiden Männer kamen, wurde nicht mitgeteilt. Bei der anschließenden Durchsuchung einer Lagerhalle an der Straße 9 in Lichtenrade entdeckten die Ermittler die professionelle Cannabis-Plantage mit mehr als 2440 Pflanzen, 2978 Setzlingen und 88 Mutterpflanzen und beschlagnahmten sie. Außerdem stellten die Polizisten Licht-, Lüftungs- und Bewässerungsequipment sowie Pflanz- und Bewässerungspläne und 36 000 Euro Bargeld sicher. Zudem wurden elf Kilogramm Marihuana im Wert von etwa 50 000 Euro beschlagnahmt, die bereits für den Verkauf bearbeitet worden waren. Die beiden Tatverdächtigen wurden einem Haftrichter vorgeführt.