Finanzierungsgarantien

Leichtathletik-EM in Berlin wird mehr als 17 Millionen Euro kosten

Berlin bewirbt sich für die Leichtathletik-Europameisterschaft im Jahr 2018 - ein teures Unterfangen. Wie aus einem Bericht des für den Sport in der Hauptstadt zuständigen Innensenators Ehrhart Körting (SPD) hervorgeht, werden sich die Kosten für die Sportveranstaltung auf mehr als 17,7 Millionen Euro belaufen.

Der Senat setzt darauf, dass die Investition in die Europameisterschaft durch Steuereinnahmen wieder wettgemacht wird.

Eigentlich ist die EM noch in weiter Zukunft. Doch die Bewerbung muss in den nächsten Monaten organisiert werden - und mit ihr eine Finanzierungsgarantie, die der Senat dem Europäischen Leichtathletik-Verband (EA) vorlegen muss. Deswegen hat Innensenator Körting dem Abgeordnetenhaus nun einen Kostenplan vorgestellt.

"Leichtathletik-Europameisterschaften gehören neben Europameisterschaften im Fußball zu den bedeutendsten Sportveranstaltungen in Europa. Sie haben höchsten Imagewert für die austragende Stadt, wie die Beispiele der Europameisterschaften in Stuttgart 1986 und München 2002 eindrucksvoll gezeigt haben", wirbt Körting gegenüber den Parlamentariern, die die Haushaltskontrolle ausüben, für die Sportveranstaltung. Zur EM werden 1400 Athleten, 700 Offizielle, 2200 Journalisten sowie 1000 Vertreter von Sportorganisationen und Sponsoren erwartet. Berlin solle die Chance einer Bewerbung nicht ungenutzt lassen, weil das Hauptargument für die Sanierung und Modernisierung des Olympiastadions in den Jahren 2000 bis 2004 eben auch die Akquirierung hochkarätiger Sportereignisse gewesen sei, so der Innensenator. Dann präsentiert er den Abgeordneten in seinem Schreiben die nüchternen Zahlen. Die Bewerbungskosten werden bei 250 000 Euro liegen. 50 000 Euro davon braucht Körting schon im nächsten Jahr, weil die Bewerbungsdokumente erstellt werden müssen. Zudem muss eine Kommission des Europäischen Leichtathletikverbandes bei den Großveranstaltungen Istaf und Berlin-Marathon in der Hauptstadt untergebracht und betreut werden. Mit den Ereignissen will die Stadt für sich werben. Die eigentliche Präsentation der Bewerbung wird im Oktober 2013 in London stattfinden.

An den Gesamtkosten der EM von 28,4 Millionen Euro muss sich Berlin mit einem Zuschuss von zwölf Millionen Euro beteiligen. Zudem müssen die Anlagen im Olympiastadion und in den Trainingsstätten auf das Ereignis ausgerichtet werden. Das kostet vier Millionen Euro. Hinzu kommen 1,5 Millionen Euro für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit.

Körting weiß um die Bedenken, die viele Abgeordneten haben, schon heute Verpflichtungsermäßigungen für die nächsten Jahre zuzustimmen - obwohl es beispielsweise für 2012/13 noch keinen Parlamentsbeschluss gibt. Körting verlangt also von den Abgeordneten eine finanzielle Zusage für die Zukunft. Der Innensenator begründet dies mit der Finanzierungsgarantie, die der Europäische Leichtathletikverband erwartet. Und er rechnet gegen: Während der Leichtathletik-WM 2009, die auch in Berlin stattfand, flossen über Touristen und Sportler 120 Millionen Euro in die Stadt. Bei der kleineren EM könnten es laut Körting immerhin 80 Millionen werden.