Straßengeschichte

Senftenberger Ring

Der Senftenberger Ring ist Mitte der 60er-Jahre mit dem Bau des Märkischen Viertels in Reinickendorf entstanden.

Er führt in einer großen Schleife durch den nördlichen Teil der Großsiedlung. Seinen Namen trägt er seit 1967. Vor dem Bau der Hochhäuser lag auf diesem Gebiet ein "vergessenes Dorf" mitsamt Kleingartenanlagen. Zuletzt sollen hier 8000 Menschen allein in Lauben gewohnt haben.

1962 beschloss der Senat dann den Bau einer Satellitenstadt für bis zu 50 000 Menschen. Gerade Mieter aus den maroden Altbauvierteln an der Brunnenstraße im Wedding sollten herziehen. Daher erhielt auch die Gesobau aus dem Wedding den Auftrag, die neue Stadt zu entwickeln. Zwischen 1963 und 1974 wurde das Märkische Viertel gebaut, 20 Architekten entwarfen sehr unterschiedliche Wohnhausgruppen, die alle in der Höhe gestaffelt sind. 1967 entstand auch der erste Teil des Märkischen Zentrums, das die wichtigste Infrastruktur bietet. Es liegt am Beginn des Senftenberger Rings. Dort liegt auch das Fontanehaus als Kulturzentrum sowie eine Schwimmhalle.

Insgesamt entstanden 17 000 Wohnungen. Erst in den 90er-Jahren erhielt das Viertel jedoch den versprochenen U-Bahn-Anschluss am Wilhelmsruher Damm. Bis dahin trug es auch die Postkennung "Berlin 26". Der Rapper Sido, der aus dem Viertel stammt, nennt es bis heute so: MV 2-6.