Straßengeschichte

Unter den Linden

Der heutige Prachtboulevard war anfangs nur ein unbefestigter Reitweg, angelegt ab 1573, weil Kurfürst Johann Georg schneller vom Stadtschloss in den Tiergarten kommen wollte. Erst 74 Jahre später wurden Alleebäume angepflanzt, 1663 wurde das Kronprinzenpalais erbaut.

Noch immer führte der neue Weg aber nur durch Felder. Erst als die geschäftstüchtige Dorothea, Ehefrau von Kurfürst Friedrich Wilhelm , die Grundstücke am westlichen Teil übernahm, sie parzellierte und verkaufte, entstand die Dorotheenstadt, und es kam Leben in die Straße. Und die ersten Beschwerden gab es auch: Jetzt, wo die Berliner unter den Linden promenierten, störten sie die Reiter und Kutschen, die die Passanten überholten - und in Staubwolken zurückließen. Aber immer noch trieben sich Schweine auf der Straße herum, 1707 erließ Friedrich I. ein Gesetz, dass jeder Anwohner die Linden vor seinem Haus zu schützen habe. Der östliche Teil wurde ab 1814, nach dem Sieg in den Koalitionskriegen gegen Napoleon, von Karl Friedrich Schinkel zu einer Triumphstraße ausgebaut. Im westlichen Part siedelten sich das Bürgertum an, die Großstadtgeschäfte und Restaurants. Im Zweiten Weltkrieg wurde "Unter den Linden", wie die Straße seit 1734 hieß, zerbombt, das angeschlagene Stadtschloss 1950 gesprengt und abgetragen.