Von Haus zu Haus

Menschen Unter den Linden

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Essen und Trinken

Schnellrestaurant2.0: Holyfields

"Sie wünschen bitte?" Auf diese Frage wartet der Gast im gerade eröffneten Restaurant Holyfields (Ecke Charlottenstraße) vergeblich. Die Speisekarte steht auf Touchscreen-Bildschirmen im Eingang, der Gast tippt sein Wunschgericht an und wird durch ein persönliches Anzeigegerät informiert, wenn sein Essen fertig. Immerhin: An den Essensschaltern mit den anspielungsreichen Namen "Peter", "Paul" und "Mary" steht dann doch noch echtes Personal und verfeinert auf Wunsch die Speisen. Ein Frühstück kostet zwischen 5,20 und 13 Euro, die internationalen Hauptspeisen (Salate, asiatische Gerichte, Burger, spanischer Reis mit Scampi) liegen unter zehn Euro . Geschäftsführer Gerhard Schöps betreibt in Frankfurt am Main bereits ein erstes "Holyfields", er hat als langjähriger Marketingvorstand von McDonald's Erfahrung mit Fast Food. Und nennt einen entscheidenden Unterschied: "Bei uns gibt es keine Friteusen."

Holyfields, Unter den Linden 17, tgl. 8-24 Uhr, www.holyfields.de

Kultur

Maxim-Gorki-Theater: Klein, aber fein

Zwischen der großen Humboldt-Universität und dem Deutschen Historischen Museum fällt das etwas zurückgesetzte Maxim-Gorki-Theater hinter den Bäumen kaum auf, aber es ist das älteste Konzertsaal-Gebäude Berlins - und heute auch das kleinste Schauspielhaus im Stadtzentrum. Für den Bau wurden Pläne des Architekten Karl Friedrich Schinkel genutzt, was den klassizistischen Stil erklärt. Im Gegensatz zur bürgerlich-ästhetischen Schaubühne am Lehniner Platz und zu den rebellisch-intellektuellen Volksbühnen-Inszenierungen sind die Aufführungen im "Maxim Gorki" schwer einzuordnen. In den vergangenen fünf Jahren hat der Regisseur Armin Petras das Theater als Intendant geprägt, vor allem mit Adaptionen bekannter Werke wie Fatih Akins Spielfilm "Gegen die Wand" oder Clemens Meyers Erfolgsroman "Als wir träumten". Am 5. Mai ist Premiere von "Rocco und seine Brüder" - wieder eine Filmadaption.

Maxim-Gorki-Theater, Am Festungsgraben, Tel. 20 22 11 15, www.gorki.de

Museum

Deutsche Geschichte im Zeughaus

Ein wichtiger Ort, um deutsche Geschichte zu verstehen, ist das Deutsche Historische Museum im Zeughaus. Der Barockbau ist das älteste erhaltene Gebäude am Boulevard Unter den Linden. Er wurde als Waffenarsenal (Zeughaus) für die preußische Armee erbaut. Für den Einzug des Deutschen Historischen Museums 2006 entstand rückwärtig ein Neubau des Architekten I.M. Pei für Wechselausstellungen und Veranstaltungen. Der Innenhof wurde mit einer Glas-Stahl-Konstruktion überdacht.

Die Dauerausstellung im Hauptgebäude informiert über die Epochen der deutschen Geschichte in ihrem europäischen Zusammenhang - mehr als 8000 historische Exponate berichten von Menschen, Ereignissen, Ideen und Abläufen aus rund 2000 Jahren deutscher Vergangenheit.

Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, tgl. 10-18, Tageskarte 6 Euro, Tel.20 30 44 44, www.dhm.de

Swing

Am Sonntag ins Opernpalais zu Andrej Hermlin

Seit 20 Jahren trifft man ihn regelmäßig Unter den Linden: Der Swing-Musiker Andrej Hermlin und sein Swing Dance Orchestra laden in den Wintersaison jeden Sonntag zum Jazzbrunch ins Opernpalais. Andrej Hermlin ist Sohn des Schriftstellers Stephan Hermlin. 1987 gründete er die Swing Dance Band, aus der 1995 das Swing Dance Orchestra wurde. 2004 reisten Hermlin und sein Orchester anlässlich des 100. Geburtstages ihres Idols Glenn Miller in die USA und erhielten auch dort viel Applaus. Gestylt im Outfit jener Zeit, haben die Musiker rings um das musikalische Paar (Ehefrau Bettina ist Sängerin der Gruppe) heute einen festen Platz in der Swing-Fangemeinde.

Jazzbrunch, Operntreff im Opernpalais, Unter den Linden 5, noch bis Ende Mai: Sonntags 11-14 Uhr, 32,50 Euro( Kinder bis zehn J. kostenlos), Reservierung: Tel. 20 26 83 oder online: www.opernpalais.de

Steckbrief & Bewertung

Länge 1245 Meter

Traufhöhe 18 Meter

S-Bahn-Linien 6

Namensänderungen 4 (heutiger Name seit 1734)

Szenefaktor * *

Wohlfühlfaktor * * * *

Grünfaktor * * *

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Kindgerecht * *

Kultur * * * * *