Senat

Streit um neuen Baumarkt auf dem Yorck-Dreieck

Im monatelangen Streit um einen neuen Baumarkt in Kreuzberg hat der Nachbarbezirk Tempelhof-Schöneberg einen Punktsieg errungen.

Der Senat teile seine Bedenken gegen das Vorhaben, sagte Tempelhof-Schönebergs Baustadtrat Bernd Krömer (CDU). Die Neubaupläne von Friedrichshain-Kreuzberg seien vorerst gestoppt worden. Hauptgrund: Dem Entwurf fehlt die städtebauliche Qualität. Die vorgesehenen Baukörper seien mit der anzustrebenden städtebaulichen Aufwertung des Areals und der Stärkung der angrenzenden Wohngebiete nicht vereinbar, urteilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in einem Schreiben an Krömer. Weil der geplante Baumarkt die Gesamtinteressen Berlins berührt, muss die Planung überarbeitet werden.

Der Bau- und Gartenmarkt Hellweg soll im sogenannten Yorck-Dreieck auf dem ehemaligen Tankstellen-Gelände errichtet werden. Bei der Planung ist die Abteilung von Friedrichshain-Kreuzbergs Bürgermeister Franz Schulz (Grüne) federführend. Er war am Freitag für Nachfragen nicht erreichbar. Tempelhof-Schöneberg ist am Verfahren beteiligt, weil ein kleiner Teil des Grundstücks zum Bezirk gehört. "Die vorgesehene Fassade ist Null-Acht-Fünfzehn", sagt Stadtrat Krömer. Sie passe nicht zur Umgebung, insgesamt sollte die Architektur anspruchsvoller sein. Krömer kritisiert zudem die Verkehrserschließung. Die Yorckstraße sei bereits stark ausgelastet. "Wir befürchten in der Bautzener Straße jede Menge Durchgangsverkehr."

Das Bauprojekt ist nicht das einzige Vorhaben, über das sich die beiden Bezirke streiten. Noch offen ist auch die Bebauung auf Schöneberger Gebiet zwischen Duden- und Monumentenstraße, die Bezirksbürgermeister Schulz als "brachialen Eingriff" kritisierte.