Gewalt

Fünf Männer nach Raubüberfall in U-Bahn vor Gericht

Vor dem Landgericht ist am Freitag der Prozess gegen fünf Freunde im Alter von 18 bis 26 Jahren eröffnet worden, die in der Nacht zum 18. September 2010 einen 20-jährigen Mann in der U-Bahnlinie 6 in Tempelhof bewusstlos getreten und seinen 19-jährigen Bruder durch einen Messerstich an der Hand verletzt haben sollen.

Die mutmaßlichen Haupttäter schweigen. Ein 18-Jähriger bestreitet die Vorwürfe, ein 19-Jähriger räumte einen Schlag ein. Er sei provoziert worden.

Laut Anklage hatten die fünf Freunde einen Raubzug geplant. Die Täter schlugen und traten auf mehrere Fahrgäste ein. Die Opfer erlitten Gehirnerschütterungen, Prellungen, einen Nasenbeinbruch und Blutergüsse. Die Schnittwunde in der Hand des 19-Jährigen musste genäht werden. Das Überfallopfer war mit seinem Bruder und zwei Freunden auf dem Heimweg. Nach seinen Aussagen stieg die Tätergruppe in den Zug ein; einer der Angeklagten habe sein Handy verlangt. Als er sich weigerte, habe einer der Angeklagten zugestochen. Er sei auch geschlagen worden. Der 19-jährige Angeklagte behauptet, die Gruppe der anderen habe sich sehr laut gestritten und gepöbelt. Er selber sei beleidigt worden. Die Männer hätten sich vor ihm in Kampfstellung aufgebaut. Das habe ihn gereizt, und als Reaktion habe er einmal mit der Faust zugeschlagen.

Vor wenigen Tagen hatte der Gewaltexzess eines 18-jährigen Entsetzen ausgelöst, der in der Nacht zum Ostersonnabend einen Mann auf dem U-Bahnhof Friedrichstraße bewusstlos geschlagen hatte. Der Gymnasiast soll aus Streitlust auf den 29-Jährigen eingetreten haben . Erst im Februar hatten Jugendliche einen 30-Jährigen auf dem U-Bahnhof Lichtenberg schwer verletzt, der danach wochenlang im Koma lag.