Extratipp

Kneipentour

Wer in die Weserstraße kommt, tut es der Kneipen wegen: einfach die Straße auf und ab laufen und immer wieder einkehren. Zwischendurch sollte man unbedingt in den Bäckereien und Spätkaufs vorbeischauen. Szenekneipen sind daran zu erkennen, dass sie sehr laut sind, abends prallvoll, am Tag aber gähnend leer.

Wichtig: das nackte, abgesessene Interieur gehört zum Style, ebenso wie die muffelige Bedienung. Und: Niemals Latte macchiato bestellen! Sonst gerät man in den Verdacht, ein Tourist zu sein. Aus diesem Grund sollte man auch als Besuchstag einen Donnerstag wählen. Gelegentlich präsentiert sich an Donnerstagen sogar der "Underground" höchstpersönlich. Beachten sollte man beim Rundgang unbedingt die Straßen-Dichtung, die in Zettelform an Bäume gepinnt und an Häuserwänden ablesbar ist.

Wohin zuerst? Tja. Es gibt Poetry-Slam-Partys in *** (sorry, das Lokal wollte leider nicht genannt werden). Kurzfilme werden jeden letzten Donnerstag im Monat im *** gespielt, (auch hier wurden wir um Zurückhaltung gebeten. Tipp: Es ist eine der Kneipen, die sich erst auf den zweiten Blick von den echten Altberliner Eckkneipen unterscheiden.) Ein stilles, gemütliches Ambiente findet man im ***, (es trägt den Namen des Gewerbes, das vorher hier drin war). Wer dann noch Lust auf echtes Berliner Ambiente hat, ist im "Wesereck" Ecke Hobrechtstraße richtig. Studenten, Rentner, Rocker und Zocker, Alt- und Neuberliner hocken am urig-kitschigen Tresen mit Baumbalken. Bier und auch Cola werden mit einem Lächeln von einer Ur-Berliner Servicekraft serviert. Das alles zu 80er-Jahre-Musik und dem Klingeln der Spielautomaten.