Straßengeschichte

Weserstraße

Die Weserstraße in Neukölln (es gibt auch eine in Friedrichshain) verläuft vom Kottbusser Damm bis zur Ederstraße und hat 217 Hausnummern. Jahrelang war sie weitgehend unbekannt, es sei denn bei den Stammgästen der typischen Neuköllner Eckkneipen, von denen es zahlreiche gab.

Vier Ecken, vier Kneipen, so war die Weserstraße immer. Der Zeitzeuge Fritz Schulz (85) hat alle Veränderungen der Straßen erlebt. Seine Eltern lebten bereits in der Straße, der Vater arbeitete als Kutscher (auf dem Foto: ein Kollege) in der benachbarten Schultheiss-Brauerei , die später zu Kindl wurde. Die Weserstraße war immer eine Wohngegend des Proletariats. Früher allerdings gab es neben den Kneipen auch kleine Geschäfte, mehrere Milchläden und Käsereien, Bäcker, auch Kohle und Holz wurde in den kleinen Läden verkauft. Benannt wurde die Straße 1899 nach dem Fluss Weser . Im Krieg blieb die schnurgerade Straße weitestgehend unzerstört, nur ein Querschläger zerstörte ein Gebäude, wo heute die Kita auf dem Rütli-Campus steht.

In der Pannierstraße fuhr früher eine Straßenbahn, die die Weserstraße kreuzte. Am südlichen Ende der Straße, dort wo heute Suzuki-Motorräder verkauft werden, gab es ein Gaswerk, gegenüber eine große Kokserei.