Musik

Der Open-Air-Sommer in Berlin wird klassisch

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Konzertveranstalter Peter Schwenkow erfüllt sich in diesem Jahr seinen "Mini-Sommernachtstraum" - und mehr. Nach mehr als 26 Jahren kehrt er mit den Seefestspielen und Katharina Thalbachs Inszenierung der Zauberflöte an den Wannsee zurück.

1984 hatte Schwenkow dort einen Wannseetraum mit dem Feuertheater des Künstlers Andre Heller sowie Musik von Händel bis hin zu Pink Floyd auf die Bühne bringen lassen.

Aber nicht allein wegen der Seefestspiele im Strandbad freut sich Schwenkow auf die sommerliche Konzertsaison in Berlin ganz besonders: "Wir sind mit David Garrett auf Tournee, mit Anna Netrebko, Erwin Schrott und Jonas Kaufmann in Wien und München. Aber Berlin ist der einzige Ort, an dem alle zu sehen sein werden", so der Vorstandsvorsitzende der Deutsche Entertainment AG (Deag).

Schwenkow gilt als Erfinder der Classic-Open-Air-Konzerte. Noch heute weiß er, dass zum ersten Konzert mit den Berliner Philharmonikern 1983 im Sommergarten unterm Funkturm exakt 1683 zahlende Besucher (15 Mark kostete die Karte) kamen. Skeptisch, aber auch interessiert hätten die Musiker seine Idee anfangs aufgenommen. Jahre bevor das Musikfestival in Schleswig-Holstein seine ersten Fans begeisterte oder die drei Tenöre unter freiem Himmel auftraten, hatte Schwenkow klassische Freiluft-Konzerte in der Berliner Waldbühne längst salonfähig gemacht. Zur Freude des Publikums, das mit Picknickkörben den Genuss zelebrierte.

15 000 Karten für Wannsee verkauft

Für die Aufführungen in Wannsee sind bereits 15 000 der 40 000 Eintrittskarten verkauft. Und auch in der Berliner Waldbühne spielt Peter Schwenkow nach wie vor eine wichtige Rolle, auch wenn die Senatsverwaltung 2008 nach knapp 27 Jahren nicht ihm, sondern der CTS Eventim AG den Zuschlag für die Arena erteilt hatte.

"Wir sind auch in dieser Saison Hauptmieter und bestreiten fünf der 15 Veranstaltungen in eigener Regie", berichtet Schwenkow. Für ihn ist die Waldbühne nach wie vor die schönste Open-Air-Bühne der Welt und es gebe keinen Grund, sie nicht mehr zu bespielen. Im Juni, Juli und August erwartet Schwenkow mit der Waldbühne und den Wannsee-Festspielen mehr als 100 000 Besucher. Dabei mache die Deag nur noch drei Prozent ihres Umsatzes in Berlin, das Hauptgeschäft laufe europaweit, in Spanien, England, der Schweiz, Österreich und Dänemark. Selbstverständlich gehört für Schwenkows persönlichen Sommergenuss dazu, dass er bei allen Veranstaltungen dabei ist, beginnend am 28. Mai, wenn Peter Maffay die Waldbühne rocken lässt.

( bsm )