Extratipp

Richtkrone und Tafel

Eine Art Freilichtmuseum steht unscheinbar vor dem Plattenbau mit der Hausnummer 68, ein bisschen mickrig und eingeklemmt im Winkel zur nächsten Platte. Es handelt sich um zwei Kunstwerke, die eng mit der Geschichte der Allee der Kosmonauten verknüpft sind.

Eine zwölf Meter hohe Richtkrone , an der stetig Grün hinaufklettert. Und die so genannte Kosmonautentafel .

Die Krone aus Beton und Stahl des Bildhauers Alfred Bernau wurde 1979 eingeweiht und erinnert an den Startschuss für den Bau der Großsiedlung Marzahn zwei Jahre zuvor. Gleich um die Ecke, in der Marchwitzastraße 41-45, war der erste Wohnblock hochgezogen worden. Eine solche Szene zeigt wohl die eingeschnittene Silhouette: Man sieht den Baubrigadier beim Signalgeben für das Aufziehen der ersten Platte.

Ein paar Meter neben der Richtkrone wartet ein Musterbeispiel sozialistischer Kunst: die "Kosmonautentafel". 1999 wanderte sie vom ursprünglichen Platz an der Brüstung des Fußgängertunnels unter der Allee der Kosmonauten in Richtung Springpfuhl hierher. Die Kupferarbeit "Mensch und Raum" des Malers und Gestalters Walter Womacka zeigt unter anderem Raumfahrer. Die Tafel ist Vorbild für das gleichnamige Großrelief am ehemaligen "Haus der Reisens" am Alexanderplatz. Das Modell findet man seit 1979 an der AdK - seit dem Besuch der Kosmonauten Waleri Bykowski und Sigmund Jähn. Womacka (1926-2010) war einer der bekanntesten Künstler der DDR. Von ihm stammen unter anderem der Bildfries "Unser Leben" am Haus des Lehrers und der "Brunnen der Völkerfreundschaft" auf dem Alexanderplatz.