Kriminalität

Polizeistreife in Düsseldorf nimmt Julians Vater fest

Seit Gründonnerstag wurde öffentlich nach Birk D. gefahndet, am Sonnabend hat ihn eine Polizeistreife in Düsseldorf gestellt. Der 34 Jahre alte Mann, der dringend verdächtigt wird, am Dienstag in Reinickendorf seinen Sohn Julian erschlagen zu haben, ist durch einen Zufall entdeckt worden.

Die Polizeistreife, die ihn festnehmen konnte, war gar nicht seinetwegen zur Stelle, sondern wegen eines anderen Einsatzes unterwegs. Die aufmerksamen Polizisten erkannten Birk D. aber anhand der Fahndungsfotos.

Birk D. und sein 12 Jahre alter Sohn Julian hatten am Dienstag nach einem heftigen Streit beide die Wohnung des Vaters an der Gotthardstraße verlassen. Julians achtjährige Schwester Jenny hatte die Auseinandersetzung miterlebt und war, nachdem weder Bruder noch Vater zurückkehrten, allein zu ihrer Mutter nach Spandau gefahren. Julians Mutter Sabine T. und Birk D. leben seit drei Jahren getrennt.

Die Mutter wartete noch kurze Zeit, dann gab sie eine Vermisstenanzeige auf. In der Nacht zum Mittwoch entdeckten Polizisten den 12-Jährigen dann tot in einer Blutlache liegend. Sie fanden Julians Leiche in einem Kellerverschlag des Mehrfamilienhauses an der Gotthardstraße.

Danach hatte die Polizei zunächst Eckhardt R. (47) festgenommen, in dessen Wohnung Birk D. lebt. Nach stundenlangem Verhör kam R. wieder auf freien Fuß. Anschließend konzentrierte sich die Tätersuche auf Julians Vater, der seit dem Streit mit seinem Sohn verschwunden blieb.

Der Zwölfjährige wurde Opfer einer Gewalttat, die offenbar das tragische Ende eines schon länger dauernden Familiendramas darstellt. Angeblich hat Julian sehr unter der Trennung seiner Eltern gelitten. Im Umfeld des mutmaßlichen Täters und der Angehörigen hieß es, die Mutter habe Birk D. angedroht, den Kontakt zwischen ihm und seinen Kindern, insbesondere zu seinem Sohn, künftig zu reduzieren.

D. soll sehr zurückgezogen gelebt und nur wenige Kontakte gehabt haben. Der 34-Jährige, der vor Jahren ein Studium der Biochemie abbrach, bezieht schon seit längerem Hartz IV.