Randnotiz

Akt unterm Viadukt

Freundlich ausgelegt, ist dieses zur Hochbahn gelegene Dreieck ein Park. Jedenfalls gibt es: Rasen, Bäume, Bänke - und Skulpturen.

Von letzteren zwei, sie sind der Anfang des so genannten Skulpturenwegs, der 1987, in beschaulichen Mauerzeiten, von verschiedenen Bildhauern bestückt wurde. Seitdem liegen direkt am Trottoir ein weiblicher und ein männlicher Bronze-Akt nebeneinander. Die Skulptur heißt "Dove vai" (Wohin gehst du?). Zur Oberbaumstraße hin befindet sich das Ensemble "Menschen in der Stadt", von Tags übersäht, vermutlich, weil die auf dem weißen Carrara-Marmor besonders gut zu sehen sind. Das Ensemble korrespondiert mit acht hochgewachsenen, dürren Bäumen, die sich an die Seitenwand des einsamen Hauses Nummer 42 schmiegen. Die Nachbarhäuser 43 und 44 wurden nach dem Krieg abgerissen, weshalb es nun diesen Park gibt, der keiner ist und in dem Natur, Kunst und Abfall stumme Zwiegespräche zu halten scheinen. An der Kunst delektiert sich hier selten jemand - es sei denn, die Sonne scheint, dann werden die Skulpturen zu Sitzplätzen.