Denkmalschutz

Jagdschloss Glienicke: CDU-Politiker schaltet Unesco ein

Im Streit um die Rekonstruktion der historischen Fassade des Jagdschlosses Glienicke soll jetzt die Unesco vermitteln. Uwe Lehmann-Brauns, CDU-Abgeordneter und Vizepräsident des Abgeordnetenhauses, hat sich an die Kulturorganisation der Uno gewandt.

Wie eine Wunde klaffen die Reste der Glasfassade in dem barocken Gemäuer des Jagdschlosses Glienicke. Max Taut, der Bruder des berühmten Bruno Taut, hat den Glaserker in der 60er-Jahren nachträglich in das mehr als 300 Jahre alte Schloss einbauen lassen. Mehr Licht und Transparenz war das Ziel.

Das Jagdschloss wurde 2003 bei einem Brand zerstört. Seither streiten sich Denkmalschützer, Architekten und Politiker, ob der Glaserker wieder aufgebaut werden soll - oder ob man die historische Fassade wiederherstellt. Landeskonservator Jörg Haspel will, dass der Glaserker wieder eingebaut wird - als Beitrag der Nachkriegszeit und als Antwort Tauts auf die Grenzziehungen des Kalten Krieges. Uwe Lehmann-Brauns spricht hingegen von einem "barbarischen Eingriff in die jahrhundertealte Fassade". Am Freitag legte er den Streitfall in einem Schreiben der Generaldirektorin des Weltkulturerbes, Irina Bokova, vor.