Extratipp

Innehalten am Springbrunnen

Je nach Abschnitt ist in der Motzstraße ein ganz eigenes Ambiente. Mancherorts (Kreuzung Hohenstaufenstraße) riecht es hauptsächlich nach Imbissbude, nach Auspuff und Hundehaufen auf den wenigen Grünstreifen.

Nachts sind einige Ecken (Ecke Nollendorfplatz) hell beleuchtet, Musik dringt aus den Fenstern und Türen der Kneipen und Clubs, partyhungrige Menschen, vor allem Männer, suchen Spaß und Unterhaltung. Die Motzstraße hat viele Gesichter.

Vor allem wenn die Sonne scheint gibt es mittendrin, etwa auf der Hälfte der 1,5 Kilometer langen Straße, einen Ort, der den Namen "Kleine Oase" verdient: den Viktoria-Luise-Platz. Umrundet von zum Teil mondän sanierten, pastellfarben gestrichenen Stuck-Altbauten, im Schatten des 1866 gegründeten Lette-Vereins, wachsen von Hunden verschont gebliebenes sattgrünes Gras und violette, weiße und gelbe Stiefmütterchen, liebevoll zum Muster gepflanzt. Laden Parkbänke rund um den großen runden Springbrunnen zum Sitzen und Gucken ein. Wiesen, Blumen, Ruhe. Mit Hecken von den anliegenden Straßen Motzstraße, Winterfeldtstraße, Welserstraße, Regensburger Straße abgeschirmt, ist hier nur das eine oder andere Kinderjuchzen von der benachbarten Sandkiste zu hören.

Benannt wurde der sechseckige Platz nach Viktoria Luise von Preußen, der einzigen Tochter von Kaiser Wilhelm II. 1898 hatte die Bodenbaugesellschaft einen Wettbewerb zur Gestaltung der Anlage ausgeschrieben, der Kaiser entschied sich schlussendlich für den Entwurf des Potsdamer Gartenarchitekt Fritz Encke mit dem Motto "Ruhe". Im Juni 1900 wurde der Platz eingeweiht.