Geschichte

Potsdamer Straße

Die Potsdamer Straße verläuft vom Potsdamer Platz (Mitte) über den Landwehrkanal durch Tiergarten bis zum Kleist-Park an der Hauptstraße (Schöneberg).

Als Teil der einstigen Reichsstraße von Aachen nach Königsberg wurde sie Ende des 18. Jahrhunderts als erste Straße Preußens in Form einer sogenannten "Kunststraße" (Chaussee) befestigt. 1924 wurde die erste Ampel Berlins am Potsdamer Platz installiert. Eine Nachbildung steht heute wieder historischer Stelle. Berühmte Anwohner waren Marlene Dietrich, die als Kind in der Potsdamer Straße 116 lebte, und Theodor Fontane. Das Haus, in das er 1872 mit seiner Frau Emilie und seiner Tochter Martha einzog, lag auf dem Grundstück der heutigen Staatsbibliothek.

Ursprünglich als vornehme Ausfallstraße vor dem Potsdamer Tor auf dem Weg nach Lützow-Charlottenburg und Potsdam angelegt, entwickelte sich die Straße zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur verkehrsreichsten Straße Deutschlands. In den Jahren vor und nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Gegend zwischen der Lützow- und der Pallasstraße zum Rotlichtviertel . Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 endete die Straße im Nichts. Der Potsdamer Platz war weitgehend zerstört, und quer über den historischen Straßenverlauf der alten Potsdamer Straße setzte Architekt Hans Scharoun die Staatsbibliothek . Die Straße wurde nach Nordwesten auf die bisherige Viktoriastraße verschwenkt. Nach der Wende wurde das abgeschnittene Teilstück Richtung Potsdamer Platz als 'Alte Potsdamer Straße' reaktiviert und ist heute eine Nebenstraße zum Marlene-Dietrich-Platz.