Paradestraße mit Staatsauftrag

Kaiserdamm

Der Straßenname geht auf Wilhelm II. zurück, der von 1904 bis 1906 die bestehende Charlottenburger Chaussee (Straße des 17. Juni) und Bismarckstraße nach Westen in Richtung auf den Militärübungsplatz bei Döberitz verlängern ließ.

An sich hatte er den gesamten Straßenzug zum Kaiserdamm machen wollen, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Am 30. März 1950 wurde der Teil des Kaiserdamms zwischen Theodor-Heuss-Platz und Preußenallee der Heerstraße zugeschlagen. Seither fehlen dem Kaiserdamm die Hausnummern 41 bis 79.

Die Häuser an der neuen Magistrale mussten vornehm und repräsentativ sein. Wegen des Sumpflandes am Lietzensee mussten die Fundamente tief gegraben werden, daraus resultieren bis zu acht Meter hohe Keller. Die 50 Meter breite Straße teilten sich je ein Fahrdamm und ein Bürgersteig sowie ein Reitweg pro Richtung. Von Juni 1914 bis November 1937 fuhr eine Straßenbahn , heute verkehrt nur noch die 1908 von Wilhelm II. persönlich eröffnete U-Bahn mit zwei Stationen.

Unter den Nationalsozialisten wurde die Ost-West-Achse zur Paradestraße ausgebaut. Albert Speer persönlich entwarf die 177 gusseisernen Kandelaber .

Berühmte Bewohner des Kaiserdamms waren Alfred Döblin (1930-33), Ferdinand Bruckner (1925-33), Erich Maria Remarque (1925), Else Ury (1932-39), Otto Dix (1925-27). Heinrich Zille arbeitete dort in der Fotografischen Gesellschaft.