Kommentar

Bloß kein Sparmodell

Evangelische und katholische Kirche wollen künftig Kräfte und Mittel bündeln, wenn es um den Religionsunterricht an Schulen geht und diesen nur noch dort anbieten, wo die Nachfrage entsprechend groß ist.

Angesichts immer knapper werdender Kassen ist dieses Konzept durchaus nachvollziehbar. Begrüßenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die beiden großen Kirchen bereit sind, so eng zusammenzuarbeiten, dass sie an etlichen Schulen wenigstens evangelischen oder katholischen Religionsunterricht anbieten und die Aspekte der jeweils anderen Religion mitvermitteln wollen.

Trotzdem sollten nicht finanzielle Erwägungen allein den Ausschlag dafür geben, wie der Religionsunterricht künftig organisiert wird. Landeselternsprecher André Schindler warnt die Kirchen zu Recht davor, sich nicht zu weit zurückzuziehen. Die religiöse Erziehung der Kinder liegt natürlich vor allem in der Hand der Eltern, dennoch kann ein guter Religionsunterricht dazu beitragen, junge Menschen für den Glauben zu sensibilisieren. Diese Möglichkeit darf einfach nicht außer Acht gelassen werden, zumal immer mehr Kirchgemeinden vor allem das Fehlen junger Mitglieder beklagen.

junger Mitglieder beklagen. Hinzu kommt, dass es schließlich auch an den vielen Schulen mit sehr geringer Nachfrage immer einzelne Schüler geben wird, die gern am Religionsunterricht teilnehmen würden. Diese Schüler werden künftig mehr oder weniger allein gelassen. Enge Stundenpläne werden es ihnen kaum ermöglichen, den Religionsunterricht einer benachbarten Schule aufzusuchen. Es sei denn, die Schulen sprechen sich diesbezüglich ab.