Tarifvertrag

Ver.di fordert mehr Geld für BVG-Mitarbeiter

Für die mehr als 12 000 Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und deren Tochter Berlin Transport (BT) beginnen heute die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag.

Die Gewerkschaft Ver.di fordert dabei "deutliche Einkommensverbesserungen" für alle Mitarbeiter, ohne sich jedoch konkret festzulegen. "Wir wollen uns alle Optionen offen halten", begründet Ver.di-Sekretär Lothar Andres das Vorgehen. Zunächst soll der Spielraum auf Arbeitgeberseite sondiert und ein Zeitplan für die weiteren Verhandlungen vereinbart werden. Ver.di hat den laufenden Entgeltvertrag mit den landeseigenen Verkehrsunternehmen zum 31. Dezember gekündigt.

Die Gewerkschaft geht damit deutlich zurückhaltender in die Verhandlungen als noch vor zwei Jahren. Damals hatte Ver.di zwölf Prozent mehr Lohn, mindestens aber monatlich 250 Euro mehr für jeden BVGer gefordert. Es folgten zahlreiche Arbeitsniederlegungen, darunter ein zwölf Tage dauernder Vollstreik, bei dem der öffentliche Nahverkehr in der Hauptstadt teilweise stark beeinträchtigt wurde.

Im Ergebnis des längsten Tarifkonflikts in der BVG-Geschichte konnte Ver.di Einkommenserhöhungen von durchschnittlich 4,6 Prozent erzielen. Vor allem aber konnte die Gewerkschaft den Verstoß des damaligen Finanzsenators Thilo Sarrazin (SPD) abwehren, der höhere Löhne mit den Zusatzleistungen für die fast 10 000 Alt-Beschäftigten bei der BVG verrechnen wollte. Da der sogenannte Sicherungsbetrag nicht mehr zu Disposition steht, rechnen Gewerkschaften wie Arbeitgeber derzeit nicht wieder mit monatelangen Streiks.