Studie

Berlin zählt zu den Top Ten

Berlin gehört weltweit zu den Städten mit der höchsten Lebensqualität. Zu diesem Schluss kommt zumindest das britische Maklerunternehmen Knight Frank, das im Auftrag der US-amerikanischen Citi Private Bank 40 "wichtige" Großstädte auf allen Kontinenten miteinander verglichen hat.

Dafür wurden neben den Lebensverhältnissen der jeweiligen Stadtbewohner auch solche Faktoren wie die "politische Macht", wirtschaftliche Aktivitäten und das Bildungsangebot untersucht und bewertet. Der "Wealth Report 2011" soll laut Knight Frank die Frage beantworten, "welche Städte am attraktivsten für die Reichen dieser Welt sind".

Das durchaus überraschende Ergebnis der - bereits zum fünften Mal erstellten - Studie: Berlin liegt dabei mit ganz vorn. In der Gesamtwertung des "Wealth Reports" belegt die deutsche Hauptstadt den zehnten Platz (siehe Tabelle).

Gegenüber der Untersuchung im Jahr zuvor rutscht Berlin damit zwar um zwei Plätze ab, zählt aber nach wie vor zu den Top Ten. Die Rangliste wird - wie schon in den Vorjahren - von den internationalen Banken- und Finanzzentren New York, London und Paris angeführt.

In der Teil-Kategorie "Lebensqualität" liegt Berlin laut Knight Frank allerdings weltweit sogar auf Platz zwei. Lediglich in Paris sollen die Bewohner besser leben, behaupten zumindest die weltweit aktiven Immobilienberater.

Städte, denen in vielen anderen Studien eine besonders hohe Lebensqualität bescheinigt wird, liegen in diesem Fall deutlich hinter Berlin (zum Beispiel die Schweizer Bankenmetropole Zürich auf Platz 6 oder das australische Sydney auf Platz 13) oder wurden - wie etwa Vancouver in Kanada - gar nicht erst bewertet. Unklar lässt die am Mittwoch im Internet ( www.knightfrank.com/wealthreport ) veröffentlichte Studie auch, welche einzelnen Fakten der jeweiligen Einstufung zugrunde liegen. Den bei Städterankings sonst oft eher schlecht abschneidenden Berlinern dürfte dieses Manko egal sein. Steht doch Berlin dieses Mal auch im deutschlandweiten Vergleich an der Spitze, klar vor Frankfurt/M. (Gesamtwertung Platz 14) oder München (Platz 23). Bei den "wirtschaftlichen Aktivitäten" muss Berlin (Platz 23) allerdings Frankfurt/M. (Platz 11) den Vortritt lassen. München und Frankfurt/M. bescheinigen die Immobilienmakler aber explizit einen "Aufwärtstrend". So stark wie München, das drei Plätze gewann, habe sich nur noch Boston in den USA verbessert, heißt es in dem Report.

Weniger ermutigend für die Berliner dürfte aber die Einschätzung der Immobilienmakler sein, wenn es um langfristige Trends geht. So haben die Autoren der Studie eine "anhaltende Verschiebung der wirtschaftlichen Macht von West nach Ost" ausgemacht. Im Bereich der Luxusimmobilien bleiben New York und London auch in den nächsten zehn Jahren die wichtigsten Zentren. Doch Mumbai (Indien), Shanghai (China) und Sao Paulo (Brasilien) werden darüber hinaus "stark an Bedeutung" gewinnen. Das habe eine Umfrage unter 5000 besonders reichen Kunden der Citi Private Bank ergeben.