Demonstration

Konfrontation in Friedrichshain

15 Festnahmen, zehn verletzte Polizeibeamte und sechs beschädigte Fahrzeuge - das ist die Bilanz der Silvio-Meier-Gedenkdemonstration, die die Polizei gestern zog. Zu den befürchteten Ausschreitungen war es Samstag Abend allerdings erst nach dem nach dem Ende der von der Berliner Abgeordneten Evrim Baba (Linkspartei) angemeldeten Demonstration gekommen.

Zuvor war die Demo weitgehend ruhig und ohne Zwischenfälle verlaufen.

Die Situation geriet kurzzeitig außer Kontrolle, als die Demonstration etwa einen Kilometer vom ursprünglich vorgesehenen Endpunkt von den Veranstaltern plötzlich und ohne Absprache mit der Polizei für beendet erklärt wurde. Daraufhin stürmte eine Gruppe von etwa 800 Personen in die Simon-Dach-Straße, aus dieser Gruppe heraus wurden dort postierte Polizeieinheiten mit Flaschen und Steinen beworfen. Nach kurzer Zeit hatte die Polizei die Lage allerdings wieder unter Kontrolle, die Demonstrationsteilnehmer zogen in verschiedene Richtungen ab. Probleme bereiteten lediglich noch Anwohner, die von den Dächern umliegender Häuser Feuerwerkskörper abschossen. Zuvor waren mehr als 2000 Demonstranten friedlich durch den Friedrichshainer Kiez gezogen. Die Polizei war mit einem Aufgebot von knapp 900 Beamten im Einsatz, hielt sich aber während des gesamten Aufzugs im Hintergrund.

Die alljährlich von Antifa-Gruppen veranstaltete Demonstration erinnert an den Hausbesetzer Silvio Meier, der 1992 von einem Rechtsextremisten erstochen worden war. In diesem Jahr hatte es vor der Demonstration aus der linken Szene wiederholt Aufrufe zur Gewalt gegeben.