Lehrerstreik

Ältere Pädagogen wollen entlastet werden

Der Lehrerstreik, zu dem die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am heutigen Dienstag aufruft, hat in der Öffentlichkeit unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Ziel des Streiks ist es, die Wiedereinführung der 2003 gestrichenen Altersermäßigung für Pädagogen ab 55 Jahren zu erkämpfen.

Norbert Gundacker, stellvertretender Vorsitzender der GEW, betont, dass für ältere Kollegen die Belastungsgrenze erreicht sei. "Viele arbeiten deshalb verkürzt und nehmen Gehaltseinbußen in Kauf", so Gundacker. Aber auch immer mehr Berufseinsteiger würden verkürzt arbeiten wollen, aus Angst davor, den hohen Anforderungen des Berufs nicht gerecht werden zu können. "Die Zahl der dauerkranken Lehrer spricht Bände", so Gundacker. Eine Befragung der Lehrer an den neuen Sekundarschulen habe jetzt ergeben, dass viele dieser Kollegen sich ebenfalls total überfordert fühlen. Die Pädagogen seien weder auf die unterschiedliche Zusammensetzung der Schülerschaft noch auf den erforderlichen binnendifferenzierten Unterricht ausreichend vorbereitet. "Hier werden wir bald den nächsten hohen Krankenstand haben", befürchtet Gundacker.

Die Landesschülervertretung hat den Lehrern ihre Unterstützung zugesagt und die Schüler aufgerufen, gemeinsam mit den Pädagogen zu streiken. Die FDP-Schulexpertin Mieke Senftleben verurteilt hingegen den Streik. Insbesondere an den Grundschulen führe dies zu Versorgungsengpässen und massiven Problemen. Eltern müssten sich auf die Schule verlassen können. Der Streik treffe diejenigen, die am wenigsten für die ohnehin desolate Unterrichtsversorgung und das Bildungsreform-Chaos könnten.