Contra Streik

"Wir brauchen andere Formen des Protests"

"Ich werde mich nicht am Streik beteiligen. Auch von meinen Kollegen wird niemand mitstreiken. Das heißt nicht, dass ich die Forderung der Gewerkschaft nach einer Entlastung für ältere Kollegen nicht unterstütze.

Ich bin auf jeden Fall dafür, dass wieder Ermäßigungen für ältere Kollegen eingeführt werden. Ansonsten wird es bald noch mehr dauerkranke Lehrer geben. Noch mehr Lehrer als bisher werden es nicht schaffen, bis zur Pensionierung zu arbeiten.

Nur halte ich einen Streik nicht für den richtigen Weg, diese Forderung durchzusetzen. Die meisten von uns sind Beamte und dürfen deshalb nicht streiken. Ich bin der Meinung, dass wir andere Formen finden müssen, um uns mit unseren Forderungen Gehör zu verschaffen. Für ganz wichtig halte ich in diesem Zusammenhang die Gremienarbeit. Innerhalb der Gewerkschaft engagiere ich mich deshalb bereits seit längerem für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen an den Schulen.

Ein Beispiel ist die Einführung des jahrgangsübergreifenden Unterrichts. An unserer Schule - wir sind eine Brennpunktschule - haben wir das lange nicht gemacht, weil diese Form des Unterrichts für unsere Schülerschaft nicht geeignet ist. Wir werden auch wieder zu Jahrgangsklassen zurückkehren, sobald das möglich ist. Schließlich gibt es gewählte Politiker, an die wir herantreten müssen. Die sind jetzt gefragt. Sie müssen sich für die Lehrer stark machen und dafür einsetzen, dass sich die Arbeitsbedingungen an den Schulen verbessern, wozu eben auch die Altersermäßigung für Pädagogen gehört."