Prozess

Mai-Krawalle: Bundespolizist verurteilt

Nach Steinwürfen bei den diesjährigen Mai-Krawallen in Berlin ist ein Bundespolizist aus Frankfurt am Main jetzt zu einer Bewährungsstrafe von 16 Monaten verurteilt worden.

Das Amtsgericht Tiergarten sprach den 24-Jährigen am Mittwoch der versuchten gefährlichen Körperverletzung schuldig. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann bei den Ausschreitungen in Kreuzberg "gezielt und mit erheblicher Wucht" mindestens drei Pflastersteine in Richtung der Einsatzkräfte geworfen hatte. Zwei davon trafen einen Kollegen an der Hand, ein Beamter wurde am Helm getroffen. Verletzungen wurden nicht festgestellt.

Das Gericht ging davon aus, dass der Angeklagte Verletzungen "zumindest billigend in Kauf genommen" hatte. Dass er von Beruf Polizist ist, sei strafverschärfend zu bewerten, betonte das Gericht. Er habe damit das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei besonders erschüttert.

Der Angeklagte war als Beamter auf Probe bei der Passkontrolle am Flughafen Frankfurt am Main tätig. Er ist seither vom Dienst suspendiert. Im Prozess hatte er zu den Vorwürfen geschwiegen. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert, weil sie die Aussage des Hauptbelastungszeugen für "unglaubwürdig" hielt. Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag des Staatsanwalts.

( ddp )