Bremsmängel

Neue Vorwürfe gegen die Berliner S-Bahn

Gegen die Berliner S-Bahn sind neue Sicherheitsvorwürfe laut geworden. Nach einer gestern Abend ausgestrahlten ARD-Dokumentation ("Endstation Chaos. Die Bahn auf gefährlichem Kurs") soll das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn jahrelang Triebwagen eingesetzt haben, die mit zu schwach dimensionierten Bremsen fuhren.

Dabei geht es erneut um die 1000 Triebwagen der modernsten S-Bahn-Baureihe 481/482, die wegen verschiedener Wartungsmängel zeitweilig fast komplett aus dem Verkehr gezogen werden mussten. Aus Kreisen des Eisenbahn-Bundesamtes hieß es dazu, es bestünde keinerlei aktuelle Gefährdung.

Laut dem Bericht soll die S-Bahn auch nach einem Auffahrunfall im Bahnhof Südkreuz im November 2006, bei dem 33 Menschen verletzt wurden, die Bremsen nicht ausreichend gewartet haben. So soll etwa der Kontrollrhythmus der für die Bremswirkung wichtigen Besandungsanlage an den Zügen auf bis zu 21 Tage ausgedehnt worden sein, obwohl interne Prüfungen ergeben haben, dass die Sandvorräte nur für etwa 16 Tage ausreichen.

Angesichts der Probleme bei Bremsen und Radsätzen soll es bahnintern schon vor Jahren Zweifel gegeben haben, ob die Baureihe 481/482 überhaupt hätte zugelassen werden dürfen.

Gestern hieß es von der Bahn, dass sie Fahrzeuge mit einer gültigen Zulassung erworben habe, die dem Hersteller ausgestellt worden sei. Sowohl interne als auch externe Ermittler seien derzeit dabei, alle Vorgänge hinsichtlich der in den letzten Monaten bekannt gewordenen Wartungs- und Sicherheitsmängel genau zu prüfen. "Die Untersuchungen laufen auf Hochtouren", so ein Bahn-Sprecher. Konkrete Ergebnisse gebe es aber noch nicht.