Verbraucher

Gasag-Klage: Frist läuft bis Ende des Jahres

Für die Berliner Verbraucherzentrale beginnt jetzt die Arbeit. Nach zwei erfolglosen Gesprächsrunden mit dem Gasversorger Gasag bereiten die Verbraucherschützer nun eine große Sammelklage gegen das Unternehmen vor. Damit sollen mehrere Millionen Euro Entschädigungen erstritten werden. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale sind durch "unzulässige Preiserhöhungen" in den Jahren 2005 und 2006 bis zu 300 000 Gaskunden benachteiligt worden.

Das Unternehmen solle das Geld zurückzahlen, sagt auch SPD-Umweltexperte Daniel Buchholz. Die 50 000 Sondervertragskunden sollten seiner Meinung nach entschädigt werden, der Rest auf dem Kulanzweg eine anteilige Wiedergutmachung erhalten. "Ich hoffe auf eine gütliche Einigung", setzt Buchholz noch ganz auf einen Kompromiss. Dieser ist durch die gescheiterten Gesprächsrunden aber inzwischen in weite Ferne gerückt. Beide Seiten geben sich unversöhnlich. Die Verbraucherzentrale kündigte gestern an, eine Einziehungsklage von 100 Kunden vorzubereiten, nachdem sie schon mit einer Sammelklage von 38 Gasag-Betroffenen beim Bundesgerichtshof Gehör gefunden hatte. Die Verbraucherschützer rechnen damit, dass sich weitere Gasag-Geschädigte anschließen werden. Gestern hieß es dazu: "Die Verbraucherzentrale wiederholt ihre Forderung, dass die Gasag ihre starre Haltung aufgibt und die von ihr unrechtmäßig einbehaltenen überhöhten Entgelte unverzüglich an die Verbraucher zurückzahlt." Falls sie sich weigere, sollte sie zumindest bis zu einer Entscheidung über die Klage der Verbraucherzentrale "zugunsten ihrer geschädigten Kunden" auf die Verjährung verzichten. Denn die Zeit ist knapp. Die Kunden des Jahres 2005 müssen bis zum Jahresende ihre Ansprüche geltend machen und Mahnbescheide ausstellen.

Bei der Gasag gab man sich gestern dagegen betont entspannt. Jeder könne gegen die Gasag klagen, sagte Unternehmenssprecher Klaus Haschker. "Es gab im Jahr 2005 keine unrechtmäßig einbehaltenen überhöhten Entgelte", fügte er hinzu. Kein Kunde habe zu viel gezahlt. Deswegen gebe es auch nichts zurückzuzahlen. Das hätten nahezu 100 Prozesse bewiesen.