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"Florida Eis" baut in Spandau eine neue Manufaktur

Das mittelständische Spandauer Unternehmen "Florida Eis" wird im Sommer 2011 mit dem Bau einer neuen Produktionsstätte beginnen. An der Straße Am Zeppelinpark werden nach Angaben von Firmenchef Olaf Höhn rund 2,6 Millionen Euro in eine neue Manufaktur investiert.

Am 30. Januar 2012 soll die moderne Produktionsstätte in Betrieb genommen werden. "Wir werden allein im ersten Produktionsjahr zusätzlich 40 neue Arbeitsplätze schaffen", sagt Höhn. Grund für den Neubau ist, dass der Eisbedarf der vier eigenen Filialen sowie der mehr als 200 Kunden die Produktionsstätte an der Klosterstraße an die Grenzen ihrer Kapazität gebracht hat. Im Produktionsjahr 2010 produzierten dort bis zu 170 Mitarbeiter rund 650 Tonnen Speiseeis. In der neuen Fabrik können jährlich bis zu 1500 Tonnen Speiseeis hergestellt und gelagert werden. Dadurch können bis zwölf Millionen Euro Jahresumsatz erzielt werden.

Höhn hatte sich lange nach einem geeigneten Standort umgesehen, sich aber schließlich für Spandau entschieden. "Dieser Bezirk hat uns seit Jahrzehnten ein Fundament gegeben und gemeinsam haben wir einen geeigneten Platz gefunden." Angebote kamen unter anderem aus Potsdam und Oranienburg. "Seit gut einem Jahr sind wir in Gesprächen und haben immer versucht, einen Weg zu finden", sagt Wirtschaftsstadtrat Carsten-Michael Röding (CDU). "Florida liegt weiter in Spandau."

Unabhängig von den deutlich größeren Produktionsmengen setzt Höhn auch auf modernste Technik in Sachen Energieersparnis. "Wir müssen innovativ sein, um zu überleben", sagt er. "Bei ständig steigenden Energiepreisen müssen wir unser Eis auch zu bezahlbaren Preisen produzieren und anbieten können."

So soll ein mit Erdgas betriebenes Blockheizkraftwerk gebaut werden. Mit einer speziellen Technik werden dabei Kälte und Wärme optimal genutzt. Entstehende Abwärme wird für die Beheizung der Räume aber auch für die innere Trocknung der Tiefkühl-Fahrzeuge genutzt. Angedacht sind auch die Windkraftnutzung mit Vertikal-Windrädern auf dem Dach und eine Fotovoltaik-Anlage.

"Die Eisproduktion soll umweltfreundlich und zu großen Teilen CO2-neutral sein", sagt Höhn. Für Studenten der Technischen Universität aus dem Bereich Kältetechnik will Höhn auch Möglichkeiten für Forschungsarbeiten bieten.

Neben einer Produktionshalle mit einer Größe von 3000 Quadratmetern entstehen auch eine Kantine und ein Betriebskindergarten. Die Manufaktur entsteht in großen Bereichen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz. Außerdem wird es nach Fertigstellung einen Werksverkauf, ein Café und eine gläserne Produktion geben, in der Besucher die Eisherstellung verfolgen können.