Tarifkonflikt

Gewerkschaften drohen Charité mit neuen Streiks

Nach vier Verhandlungsrunden mit der Charité hat die Ver.di-Tarifkommission die Tarifverhandlungen am Montag für gescheitert erklärt. "Wir haben viel diskutiert, aber leider keine Einigung finden können", sagte Ver.di-Streikführerin Bettina Weitermann am Dienstag.

Die Arbeitgeberseite hatte vorgeschlagen, einen Vertrag mit einer Laufzeit bis Ende 2017 abzuschließen. In jährlichen Angleichungsschritten von zwei Prozent sollte bis Ende der Laufzeit das Niveau des dann gültigen Tarifvertrags im öffentlichen Dienst erreicht werden. Das Universitätsklinikum betonte, dass selbst dieses Angebot ein "finanzieller Kraftakt" in der derzeitig schwierigen Lage sei.

Die Gewerkschaften drohen nun mit weiteren Streiks nach Ostern. "Wir werden nun die notwendigen Schritte für die Durchführung der Urabstimmung einleiten", sagte Weitermann. Sie rechnete im Mai mit den nächsten Aktionen.

In einem Schreiben haben Gewerkschaften die Mindestvoraussetzungen benannt, die erfüllt werden müssten. Dazu gehört unter anderem die Angleichung der monatlichen Einkommen an das Niveau des dann aktuellen Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) bis zum Jahr 2014. Die Angleichung des Lohnrückstands bis 2014 sei notwendig, gerade vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels im Pflegebereich. Krankenschwestern der Charité berichteten während des ganztägigen Warnstreiks am vergangenen Dienstag, dass sie im Schnitt 300 Euro weniger verdienten als Kolleginnen an anderen Kliniken.