Gesundheitswesen

Viele Jobs in medizinischen Berufen

Die Gesundheitswirtschaft in Berlin und Brandenburg wächst von Jahr zu Jahr. Nach Berechnungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) sind rund 354 000 Berliner und Brandenburger in einem der zahlreichen Gesundheitsberufe tätig, und es gibt nur wenige Branchen, in denen die Unternehmen so viele Nachwuchskräfte suchen. Die Chancen auf eine Beschäftigung im Gesundheitswesen sind groß.

An den vergangenen zwei Tagen konnten sich Interessierte auf der Karriere-Messe "Gesundheit als Beruf" in der Urania in Schöneberg einen Überblick über die Berufsmöglichkeiten im Gesundheitswesen verschaffen. Eingeladen hatten das Unternehmernetzwerk "HealthCapital Berlin-Brandenburg", die IHK Berlin und Potsdam und die Urania Berlin.

"Es ist die vierte Messe der Gesundheitswirtschaft in der Urania. Im vergangenen Jahr waren es 80 Aussteller, in diesem Jahr sind es 95", sagt Ulrich Bleyer, Direktor der Urania. "Das Ziel der Messe ist es, die ganze Vielfalt der Berufe, vom Krankenwagenfahrer bis hin zum Sozialversicherungsfachangestellten, aufzuzeigen." Ein Themenschwerpunkt sei auch die Qualifizierung und der Wiedereinstieg in den Beruf, sagt Bleyer. Zusätzlich gab es Podiumsdiskussionen und Vorträge.

95 Aussteller, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Verbände, haben sich vorgestellt und die Berufs- und Qualifizierungsmöglichkeiten aufgezeigt. Die Besucher konnten sich über Themen wie Ausbildungsberufe, Studienfächer, Weiterbildungsangebote, Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten sowie konkrete Stellenangebote informieren.

"Am ersten Veranstaltungstag hatten wir ganze Schulklassen bei uns am Stand, heute sind es viele Jugendliche mit ihren Eltern, die sich informieren möchten", sagt Magdalena Rösch, Ausbildungsleiterin im Pflegebereich der Charité. "Großes Interesse gibt es nach wie vor bei den Berufen der Krankenpflege, der Kinderkrankenpflege, dem Fachbereich der Logopädie und natürlich auch beim Beruf der Hebamme."

Nach Angaben der Ausbildungsleiterin bildet die Charité derzeit 350 junge Menschen im Gesundheits- und Krankenpflegebereich aus. 120 Auszubildende fangen jedes Jahr neu an.

"Ich möchte gern Physiotherapeutin werden und informiere mich über Fachschulen, freie Plätze und die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten", sagt Antonia Golz. Die 19-jährige absolviert ihr soziales Jahr in einem Krankenhaus und möchte auch weiterhin in der Gesundheitsbranche tätig sein. "Sehr interessant sind die Filme über die verschiedenen Berufsbilder. Die bieten viele Informationen."

Vertreten sind auch Krankenkassen. Nicht auf Mitgliedersuche, sondern als zukünftiger Arbeitgeber präsentiert sich die AOK in der Urania. Deutschlandweit bildet sie pro Ausbildungsjahr rund 1100 Azubis aus. Ausgebildet wird unter anderem zum Sozialversicherungsfachangestellten. Auch Kaufleute im Gesundheitswesen, in der Büro- und Marketingkommunikation, Veranstaltungskaufleute und Fachinformatiker machen bei der Krankenkasse ihre Abschlussprüfungen.

"Die Messe hat sich seit ihrem Bestehen zu einem Marktplatz der Gesundheitswirtschaft profiliert, auf dem sich schon heute die Fachleute von morgen treffen", sagt IHK-Geschäftsführerin Marion Haß. "Hier können sie ihre künftige Ausbildungssituation und Arbeitgeber kennen lernen." Ein möglicher Arbeitgeber hatte sich mit einem Info-Mobil neben dem Hauteingang postiert: die Bundeswehr. "Gerade an den medizinischen Bereichen und Ausbildungsmöglichkeiten der Bundeswehr zeigen Frauen mehr Interesse als Männer", sagt der Wehrdienstberater Bert Michael. "Frauen kommen mit konkreten Berufs- und Studiumsvorstellungen zu uns." Nach Angaben des Oberstabsfeldwebels holen sich junge Männer und Frauen auf der Messe erste Informationen.

"Viele von ihnen besuchen anschließend die Wehrdienstberatungsbüros." Medizinische Berufe beim Bund gibt es viele. Neben der militärischen Karriere im Sanitätsdienst werden auch Allgemeinmediziner, Zahn- und Tierärzte sowie Apotheker ausgebildet und beschäftigt. Wer unter der Obhut der Bundeswehr Medizin studieren möchte, sollte aber die kommenden 17 Jahre nichts vorhaben. So lange muss man sich dann nämlich verpflichten.

Informationen über die Messe, die Aussteller und Ansprechpartner gibt es unter www.gesundheit-als-beruf.de