Geschichte

Zum ersten Mal Führungen durch Ex-Spionagestation

An diesem Sonntag öffnen sich die Türen der ehemaligen Spionagestation auf dem Berliner Teufelsberg im Grunewald erstmals für Besucher.

Jeweils sonntags und montags führen die Mitarbeiter des Veranstalters BerlinSightOut durch die ehemaligen Arbeitsräume der Briten und US-Amerikaner. Die ersten beiden Führungen seien bereits ausgebucht, sagte Geschäftsführer Andreas Jüttemann am Sonnabend. Freie Plätze gebe es wieder ab dem kommenden Sonntag. Wer Interesse an den Führungen hat, kann sich im Internet informieren: www.berlinsightout.de .

Höhepunkt der zweistündigen Führung sei der Aufstieg auf einen der drei Radartürme, sagte der Veranstalter. Von dort biete sich ein besonders guter Ausblick auf Berlin. Der Teufelsberg wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aus 26 Millionen Kubikmeter Trümmerschutt errichtet. Bis zum Jahr 1992 wurde die Spionagestation von den Amerikanern betrieben. Dann zog das US-Militär ab und übergab die Anlage an das Land Berlin. Ab 1994 nutzte die Landesregierung die Anlage für die zivile Flugüberwachung. Im Jahr 1996 kaufte eine Kölner Investorengruppe das Gelände und plante unter anderem Eigentumswohnungen und ein Fünfsternehotel. Doch dazu kam es nicht: Außer einigen Fundamenten und einer Musterwohnung wurde nichts realisiert. Das Gelände um die ehemalige Spionagestation ist normalerweise für Besucher gesperrt. Weil eine Sicherheitsfirma die Gruppen begleite, seien die Führungen möglich, sagte Jüttemann.