Stadtentwicklung

Bezirk stoppt Hochhaus im Osthafen

Entgegen ursprünglichen Plänen wird es im Osthafen in Friedrichshain kein Hochhaus an der Elsenbrücke geben. Das hat jetzt das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg beschlossen. Bürgermeister Franz Schulz (Grüne) legte gestern eine Änderung für den Bebauungsplanentwurf vor.

Demzufolge soll nur noch eine Gebäudehöhe von 24 Metern zulässig sein. Damit folgt die Verwaltung einer Forderung des Bürgerentscheids "Spreeufer für alle" vom Sommer 2008. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung habe "keine entscheidenden Einwände", sagte Sprecherin Manuela Damianakis. Es habe im Vorfeld intensive Gespräche zwischen Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) und Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) gegeben. Zwar habe sich ein Unternehmen für das Grundstück interessiert und ein Hochhaus bauen wollen, aber es gebe keinen ernsthaften Investor, der in Kürze einen Kaufvertrag unterzeichnen würde.

Bürgermeister Schulz sagte, die Entscheidung gegen das Hochhaus sei vor einem Jahr angestoßen worden. Nun habe man Einvernehmen mit den Beteiligten, vor allem mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, erzielt. Schulz sieht jedoch keine guten Vermarktungschancen für das Baufeld im Osthafen nahe der Elsenbrücke. Es grenze mit zwei Seiten an eine Hauptstraße und sei hohem Verkehrslärm ausgesetzt, sagte er. Die verlängerte A 100 werde daran vorbeiführen.

Die Forderung des Bürgerentscheids nach einem 50 Meter breiten unbebauten Uferstreifen lasse sich im Osthafen wegen bereits genehmigter Bauvorhaben nicht realisieren, sagte Schulz. Es werde einen 16 Meter breiten unbebauten Streifen geben, zehn Meter davon als Uferpromenade. Schulz zufolge ist die Baugenehmigung für ein Bürohaus im Osthafen erteilt, dass auf einer Fläche des Unternehmens HochTief gebaut werden soll.