Schweinegrippe

Wie kann ich mich schützen?

Auch wenn Experten nicht davon ausgehen, dass es 2011 eine neue große Grippewelle geben wird, ist Vorsorge auf jeden Fall dringend empfohlen. Hier lesen Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was sind die Symptome der Schweinegrippe?

Hohes Fieber, Gliederschmerzen und ein extremes Ermattungsgefühl könnten auf eine Schweinegrippe hindeuten. Bei einigen Betroffnen traten Halsschmerzen, Husten und Übelkeit auf, auch Erbrechen und Durchfall.

Wie kann man sich infizieren?

Grippeviren, egal welchen Typs, werden vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen. Das heißt: Niest oder hustet ein infizierter Mensch, hält sich dabei die Hand vor den Mund und fasst anschließend eine Türklinke, einen Haltegriff im Bus oder einen Einkaufswagen an, so gelangen die Viren an Stellen, mit denen viele Menschen in Berührung kommen. Fassen sie sich nun ins Gesicht oder berühren sie Lebensmittel, gelangen die Viren über die Schleimhäute in den Körper, wo sie sich zügig vermehren und die Infektion hervorrufen können. Händewaschen unterbricht diesen Teufelskreis und ist damit eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen eine Ansteckung.

Wo kann man sich infizieren?

Dort, wo viele Menschen zusammenkommen, steigt das Risiko, auf Infizierte zu treffen und sich mit dem Erreger anzustecken. Händeschütteln, Umarmungen oder Küssen einzuschränken reduziert das Risiko. Auf null herunterfahren lässt sich das Risiko einer Ansteckung jedoch auch nach Aussagen des Robert-Koch-Instituts nicht - ebenso wenig, wie sich zwischenmenschliche Kontakte vollständig vermeiden lassen. Insofern raten Gesundheitsexperten zur Umsicht, warnen aber auch vor Panikmache.

Was tue ich, wenn dennoch Grippesymptome auftreten?

Setzen Sie sich nicht ins volle Wartezimmer, bitten sie den Arzt um einen Hausbesuch. Der kann dann die Symptome abklären und die Krankheit durch einen Abstrich bestätigen. Attestiert er ihnen Schweinegrippe, sollten Sie sich strikte Bettruhe verordnen. Kinder müssen bei ihrer Rückkehr an Schulen und Kindergärten ein ärztliches Attest vorlegen, dass sie geheilt sind. Arbeitgeber verlangen dies teilweise auch.

Wer sollte sich impfen lassen?

Das Robert-Koch-Institut in Berlin rät allen zur Impfung. Besonders gefährdet sind aber Kinder mit Vorerkrankungen, chronisch Kranke, ältere Menschen und Schwangere.

Wie wirkt die Impfung?

Für gewöhnlich wirkt sie erst nach zwei Wochen. Grundsätzlich enthält die allgemeine Grippeschutzimpfung auch den Schutz vor Schweinegrippe, sie ist im Übrigen kostenlos.

Kann ich sofort eine Impfung bekommen?

Meist genügt eine telefonische Anmeldung bei einer impfenden Praxis, um einen Termin für die Spritze zu bekommen. Bundesweit wurden zuerst Bürger geimpft, die in sensiblen Bereichen arbeiten wie im Gesundheitswesen, bei Feuerwehren, Polizei und Rettungsdiensten.

Welche Risiken birgt eine Impfung?

Die Impfung gegen Schweinegrippe kann - wie auch andere Impfungen - allergische Reaktionen oder Nebenwirkungen auslösen. Darunter fallen Reaktionen rund um die Einstichstelle, wie Hautrötungen, Schwellungen, Verhärtungen oder lokale Schmerzen. Die Beschwerden lassen sich durch Kühlen lindern und verschwinden nach einigen Tagen von selbst. Außerdem kann es zu Fieber und verstärkter Müdigkeit kommen. Typisch ist ein Anstieg der Körpertemperatur bis zu 39 Grad Celsius.

Wie lange ist ein Erkrankter ansteckend?

Wer an Schweinegrippe erkrankt ist, bleibt drei bis sieben Tage lang ansteckend. Es gilt: Solange ein Patient Symptome zeigt und damit Viren ausscheidet, ist er auch ansteckend. Kleine Kinder sind dabei stärker ansteckend, da sie mehr Viren und diese auch über eine längere Zeit als Erwachsene ausscheiden können.

Wie wird die Schweinegrippe behandelt?

Die verschreibungspflichtigen Medikamente Tamiflu und Relenza wirken gegen den Erreger. Sie sollten schnellstmöglich eingenommen werden. Das RKI warnt davor, sich einen privaten Vorrat der Medikamente anzulegen. Eine Einnahme auf eigene Faust kann großen Schaden anrichten: Ist das Medikament mangels Wissen unterdosiert, können sogenannte Wildviren entstehen, die gegen das Medikament resistent und wesentlich schlechter zu kontrollieren sind als das Ursprungsvirus. Ansonsten sind die üblichen Empfehlungen für Schweinegrippepatienten gültig: Ruhe, Erholung und viel trinken.