Ausnahmeregelungen

Landwehrkanal bis März für Schiffe gesperrt

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Sabine Flatau

Am 2. November beginnen neue Bauarbeiten am Landwehrkanal. Die Wasserstraße wird deshalb bis zum 30. März 2010 für die Schifffahrt gesperrt. Zu den Feiertagen am Jahresende werde es Ausnahmeregelungen geben, sagt Evelyn Bodenmeier, Sprecherin des Wasser- und Schifffahrtsamtes Berlin. Dazu habe die Behörde mit den Reedern Absprachen getroffen.

In den kommenden Monaten wird die marode Ufermauer am Maybachufer in Neukölln saniert. Dort waren im Frühjahr 2007 Teile des Bauwerks abgerutscht. Jetzt wird unter Wasser eine Stahlspundwand gesetzt. Granitsteine werden erneuert. Gleichzeitig wird auch vor die Mauer am Tempelhofer Ufer, im Umfeld der Möckernbrücke, eine Stahlspundwand gesetzt. Die sechs und zehn Meter langen Bohlen werden durch eine Presse so in den Kanal gesetzt, dass sie die Bäume am Ufer nicht beschädigen. Im Rahmen des Mediationsverfahrens zum Landwehrkanal seien die Sanierungsarbeiten von Ämtern, Umweltschützern und Anwohnern diskutiert und abgestimmt worden, sagt WSA-Sprecherin Bodenmeier.

Wenn die Spundwand am Tempelhofer Ufer steht, sollen zehn Betonquader abgebaut werden, die im Sommer 2007 zur Sicherung der Bäume aufgestellt wurden. Schon im Juni 2009 habe das Amt zehn der schweren Steine am Herkulesufer und an zwei durch Spundwände gesicherten Stellen am Tempelhofer Ufer entfernen lassen. Sie werden im Bauhof des Wasser- und Schifffahrtsamtes aufbewahrt, falls sie erneut zum Einsatz kommen sollen.

In der kommenden Bauphase sollen neue technische Verfahren angewendet werden. Ursache dafür ist der harte Baugrund im Kanal. Rammsondierungen an der Corneliusstraße in Tiergarten haben ergeben, dass die Festigkeit des Bodens in fünf Meter Tiefe massiv zunimmt. Im Januar beginnt eine Erprobungsphase für neue Techniken zum Einbringen der Spundwände in einen harten Untergrund. Als Teststrecke ist das Paul-Lincke-Ufer in Kreuzberg ausgewählt. Dort werde ein Pressgerät mit Bohrhilfe von der Firma Giken zum Einsatz kommen, sagt Evelyn Bodenmeier. Es ermöglicht Arbeiten in weichem und hartem Untergrund und verursacht wenig Lärm und Erschütterungen. Das Verfahren ist Bodenmeier zufolge bisher hauptsächlich im Ausland angewendet worden. Sollte es sich im Landwehrkanal als geeignet erweisen, dann kann es auch bei den Arbeiten an der Corneliusstraße angewendet werden. Sie sollen 2010/2011 ausgeführt werden. Die Arbeiten werden zum zweiten Mal ausgeschrieben. Die erste Ausschreibung endete ohne Ergebnis, weil die Bewerber aus Sicht des Amtes nicht hinreichend Erfolg versprechende Verfahren vorgeschlagen hatten. An der Corneliusstraße sind zehn Bäume durch 20 Betonwürfel gesichert.