Sozialpolitik

Stadträtin ruft Kita-Notstand in Friedrichshain-Kreuzberg aus

Monika Hermann (Grüne), Jugendstadträtin in Friedrichshain-Kreuzberg, hat dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) in einem offenen Brief vorgeworfen, die Öffentlichkeit bewusst getäuscht zu haben.

Beide hätten die Berliner Eltern brieflich über die Beitragsfreiheit der letzten drei Kita-Jahre vor der Schule informiert und dafür geworben, die Kinder in einer Kita anzumelden. Dabei habe Friedrichshain-Kreuzberg gar keine Kita-Plätze mehr. "Bei uns herrscht Kita-Notstand", sagte Hermann. Der Bezirk müsse mindestens 1500 weitere Plätze schaffen, um der großen Nachfrage entsprechen zu können. Das sei sowohl dem Regierenden Bürgermeister als auch Senator Zöllner seit Langem bekannt.

In den anderen Innenstadtbezirken wie etwa Pankow oder Mitte sieht es laut Hermann nicht anders aus. "Wir haben deshalb nicht einmal die Möglichkeit, den Eltern Ausweichplätze in Nachbarbezirken anzubieten." Dabei ginge es für viele Eltern zunehmend um die Existenzsicherung, das heißt, um den Erhalt des Arbeitsplatzes.

Stadträtin Hermann forderte die Einrichtung einer berlinweiten Datenbank, mit deren Hilfe sich die Eltern unkompliziert über freie Kapazitäten in den Einrichtungen informieren können. "Die eine oder andere Familie würde so vielleicht einen Kita-Platz finden, der auf dem Weg zur Arbeit liegt", sagte sie. Und nannte gleich noch ein weiteres Problem. "Zusätzliche Kita-Plätze sind die eine Seite, die andere ist, dass wir nicht genügend Erzieher haben."