Bildung

560 Schüler haben Probehalbjahr am Gymnasium nicht bestanden

Mit Beginn der Winterferien am Freitag endet das Probehalbjahr an den Berliner Gymnasien. In diesem Schuljahr haben 560 der insgesamt 12 099 Schüler diese Probezeit nicht geschafft. Sie müssen nun an einer Sekundarschule weiterlernen.

Im vergangenen Schuljahr hatten 600 von insgesamt 11 586 Schüler das Probehalbjahr am Gymnasium nicht bestanden.

Die Zahl der sogenannten Rückläufer ist in den Bezirken unterschiedlich groß. Am meisten Rückläufer gibt es in Mitte. Dort haben etwa 100 Schüler das Probehalbjahr nicht geschafft und müssen nun mit einem Platz an einer Sekundarschule versorgt werden. Auch in Tempelhof-Schöneberg (etwa 55 Rückläufer), Neukölln (etwa 65 Rückläufer) und Friedrichshain-Kreuzberg (etwa 60 Rückläufer) müssen relativ viele Schüler vom Gymnasium an eine Sekundarschule wechseln.

Die Betroffenen haben zunächst die Möglichkeit, sich selbst einen Schulplatz zu suchen. Dabei können sie berlinweit nach einer geeigneten Schule schauen. Wer keinen Platz findet oder keine Wunschschule hat, bekommt einen Platz vom Bezirk zugewiesen. Dabei sind die Bezirke neuerdings für all jene Rückläufer zuständig, die im jeweiligen Bezirk wohnen. Bisher mussten sie den Schülern einen Platz nachweisen, die eine Schule des jeweiligen Bezirks besuchten, unabhängig davon, ob sie in diesem Bezirk wohnhaft waren oder nicht.

In Tempelhof-Schöneberg gibt es nun Probleme. Freie Plätze hat der Bezirk laut Bildungsstadtrat Dieter Hapel (CDU) nur noch an drei Sekundarschulen, die vor der Schulreform verbundene Haupt- und Realschulen waren. Das sind die Gustav-Langenscheidt-Sekundarschule, die Theodor-Haubach-Sekundarschule sowie die Sekundarschule, die aus der Fusion der Teske-Realschule mit der Waldenburg-Hauptschule entstanden ist. Das Abitur können die Schüler, so sie es weiterhin anstreben, an keiner der drei Schulen direkt ablegen. Sie müssen dazu an Kooperationsschulen oder Oberstufenzentren wechseln.

Hinzu kommt, dass die Sekundarschulen nicht unbedingt erfreut sind, weitere Schüler aufnehmen zu müssen. So sagte etwa Bernd Herzog, stellvertretender Schulleiter der Langenscheidt-Schule, dass man wegen einer schwierigen Schülerklientel kleinere Klassen eingerichtet habe. Würden die jetzt mit Rückläufern aufgefüllt, wäre das kontraproduktiv.

Mitte geht etwas anders vor als Tempelhof-Schöneberg und will nach Auskunft von Peter Keitel, im Schulamt für Schulorganisation zuständig, vier zusätzliche Klassen für die Rückläufer einrichten. Je eine dieser Klassen wird es an der Ernst-Schering-Sekundarschule sowie an der Willy-Brandt-Sekundarschule geben - an der Ernst-Reuter-Sekundarschule sollen zwei zusätzliche Klassen aufgemacht werden. Bei allen drei Schulen handelt es sich um ehemalige Gesamtschulen. "An diesen Schulen haben wir noch räumliche Kapazitäten", begründete Keitel die Entscheidung des Bezirks.

Fest steht, dass es an besonders gefragten Sekundarschulen keine freien Plätze mehr gibt. Das gilt für alle Bezirke. Eltern, die ihre Kinder jetzt an einer weiterführenden Schule anmelden müssen, sollten, wenn ihr Kind etwas mehr Zeit zum Lernen braucht, besser gleich eine Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe in Betracht ziehen. Mit einer gymnasialen Empfehlung können sie sich einen Platz an derart gefragten Schulen sichern.