Immobilien

Berliner Investor schließt Baulücke am Leipziger Platz

Der Berliner Projektentwickler Harald Huth will sein Versprechen wahr machen: Erst im Dezember hatte der erfolgreiche Bauherr von zahlreichen Mega-Shopping-Centern in Berlin - darunter die "Gropius Passagen" in Neukölln und "Das Schloss" in Steglitz - angekündigt, das Wertheim-Areal am Leipziger Platz bebauen zu wollen.

Am kommenden Freitag ist es nun so weit: Der 41-Jährige hat zum symbolischen ersten Spatenstich eingeladen. Auf der Gästeliste: Klaus Wowereit, der Regierende Bürgermeister von Berlin, sowie Ephraim Gothe, Baustadtrat im Bezirk Mitte (beide SPD). "Das lange Warten hat ein Ende", schreibt der Investor in seiner Einladung, "eine der prominentesten Lagen Berlins erhält damit eine neue Top-Adresse."

Mit dem Baustart gibt es nun endlich Hoffnungen, dass die 22 000 Quadratmeter große Brache mitten in Berlin nach langen Jahren endlich verschwindet. Denn während am benachbarten Potsdamer Platz längst kein freies Grundstück mehr zu finden ist, wurden ausgerechnet für die prestigeträchtige Nordostecke des Leipziger Platzes, auf der mit Alfred Messels Wertheim einst Deutschlands schönstes und größtes Kaufhaus stand, seit 20 Jahren lediglich immer neue Pläne verkündet. Die Treuhand versuchte sich dort, Karstadt spekulierte auf eine Rückübertragung der Immobilie, und immer neue Investoren bekundeten Interesse an einer Bebauung. Doch entweder führten Rechtsstreitigkeiten zum Planungsstopp oder die Investoren mussten reumütig eingestehen, dass sie die Finanzierung nicht stemmen konnten. Zuletzt versuchte sich die Orco-Gruppe am Wertheim-Areal, das sie für einen Kaufpreis von 75 Millionen Euro von den Kauhaus-Erben übernommen hatte. Als Orco jedoch im Zuge der globalen Finanzkrise selbst in Bedrängnis geriet, blieb ihr zuletzt nichts anderes übrig, als das Gelände an die High Gain House Investments (HGHI) von Harald Huth zu übertragen. Dem Vernehmen nach soll der Kaufpreis bis Ende dieses Monats fließen, die Brache sich damit ab Februar im Besitz des Berliners befinden. Die Bauarbeiten für das 300-Millionen-Euro-Projekt können jedoch bereits vor dieser Frist beginnen.

Nach den aktuellen Plänen sollen hinter dem Bauzaun an der Leipziger Straße zwischen Potsdamer Platz und Friedrichstraße auf 152 000 Quadratmetern nun "exklusive Wohn-, Hotel und Handelsflächen" entstehen. Zu den namhaften Ankermietern gehören nach Angaben Huths unter anderem P&C, Zara, Massimo Dutti, Joop, Esprit und Strellson. Ferner habe ein großer Unterhaltungselektronikanbieter bereits Flächen reserviert.

Dass es mit der großen Dauerbrache am Leipziger Platz bald vorbei ist, hofft auch der Baustadtrat von Mitte. "Wir haben Herr Huth am Montag die Teilbaugenehmigung für die Erstellung der Baugrube erteilt", sagte Ephraim Gothe. In baurechtlicher Hinsicht seien alle Punkte geklärt. Der Baustart auf der großen Brache könnte endlich auch den Durchbruch für die Entwicklung zweier weiterer Baulücken im Oktogon des Leipziger Platzes bedeuten: Für die gibt es zwar seit Jahren Baurecht, aber ein Termin für den Baustart steht bis heute nicht fest.