Gefahrgut

Umweltamt hebt illegale Mülldeponie in Schöneberg aus

Eine meterhohe Müllkippe mitten in Berlin konnte monatelang ohne Genehmigung der Behörden betrieben werden. Erst durch die Beschwerden von Anwohnern aus der Eylauer Straße, die den Müllberg und Container mit Schutt vor ihren Fenstern haben, flog der Betrieb im Gewerbegebiet Monumentenstraße 15 auf.

Das Betriebsgelände liegt direkt neben dem Lidl-Parkplatz an der Schöneberger Dudenstraße. Der Eigentümer des Gewerbeareals, die Unternehmensgruppe Mamrud & Smuskovics, plant, zwischen Duden- und Monumentenstraße bis zu 250 Wohnungen zu bauen - zum Ärger von Bewohnern der Eylauer Straße, denen dadurch der freie Blick verbaut wird. Weil das Gelände, auf dem der Müll gelagert wird, tiefer liegt und von der Straße aus durch Werbeplakate verdeckt wird, ist es nur schwer einsehbar. Ein Firmenschild gibt es nicht, aber ein Anruf bei DLC Dienstleistungen an der Karl-Kunger-Straße in Alt-Treptow bestätigt: "Ja, wir sind Mieter an der Monumentenstraße 15." Der Lastwagenfahrer, der Dienstag einen Container auflädt und das mit einem Bauzaun abgesperrte Gelände wieder verschließt, sagt, er sei der Chef. Zu den Vorwürfen sagte er nur ärgerlich: "Alles Quatsch." Es handele sich um Müll von Baustellen, den er jetzt zur Deponie fahre.

"Der Betrieb wird stillgelegt und muss geräumt werden. Die Anordnung geht voraussichtlich spätestens Ende dieser Woche raus", kündigte Marie-Luise Dittmar, Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit und Umwelt, am Dienstag auf Anfrage an. Bereits im November hatte das Umweltamt des Bezirks mit der Polizei das Gelände überprüft, auf dem die bewirtschaftende Firma regelmäßig Abfälle abgeladen und gelagert hat. Insbesondere "Baumischabfälle, aber auch gefährliche Abfälle wie Teerpappe und künstliche Mineralfaserabfälle" wurden dort nach den Ermittlungen des Amtes in unmittelbarer Nähe zu den Wohnhäusern an der Eylauer Straße und Dudenstraße gelagert. Erforderliche Einrichtungen, um Umweltgefahren zu vermeiden, hat es nicht gegeben, informierte die Verwaltung die Bezirksverordneten im Umweltausschuss. Es handele sich um den Betrieb einer nach Bundes-Immissionsschutzgesetz genehmigungsbedürftigen Anlage. Eine Genehmigung lag aber nicht vor. Es hätte Vorsorge getroffen werden müssen, damit keine Schadstoffe in Boden oder Luft gelangen konnten, so die Behörde. Nach Auskunft der Senatsverwaltung hat es einen Antrag auf Mülllagerung nie gegeben. Der illegale Zustand soll jetzt schnell abgestellt werden, um Gefahren für Mensch und Umwelt abzuwehren. Zudem ist ein Labor beauftragt, Proben zu nehmen.