Papst-Messe

Großer Gottesdienst an einem zentralen Ort

Seitdem bekannt ist, dass Papst Benedikt XVI. in diesem Jahr erstmals nach Berlin kommt, wird darüber gestritten, was der deutsche Papst in der Hauptstadt wohl tun und lassen wird beziehungsweise was er tun und lassen sollte.

Wird der deutsche Pontifex im Bundestag sprechen? Darf er das überhaupt? Wird er die Gedenkkirche Maria Regina Martyrum in Charlottenburg besuchen, und wenn ja, welche Botschaft wäre damit verbunden? Und, für die Gläubigen die dringendste Frage: Wird es einen öffentlichen Gottesdienst mit Benedikt geben? Werden die Berliner den Papst sehen können?

Zumindest diese letzte Frage ist nun beantwort: Papst Benedikt XVI. wird am 22. oder 23. September in der Hauptstadt gemeinsam mit allen Gläubigen die Heilige Messe feiern. Das erfuhr diese Zeitung aus Kirchenkreisen. Demnach ist ein großer Gottesdienst an einem zentralen Ort der Stadt geplant, an dem mehrere Tausend Teilnehmer Platz finden. Das erzbischöfliche Ordinariat wollte die Meldung gestern nicht kommentieren. Bekannt ist aber schon seit Längerem, dass sich der Erzbischof Kardinal Georg Sterzinsky eine öffentliche Begegnung Benedikts mit dem Kirchenvolk wünscht. Außerdem hatte die Kirche Presseberichte zurückgewiesen, wonach die Organisatoren Angst vor Demonstrationen hätten und deshalb auf eine öffentliche Messe lieber verzichten würden. Auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte sich für einen großen Papstgottesdienst ausgesprochen.

Nun herrscht Klarheit - zur Freude der Gläubigen. Der Vorsitzende des wichtigsten Laiengremiums, des Diözesanrats, Wolfgang Klose, sagte gestern: "Es ist gut, dass wir so eine öffentliche Feier haben werden. Ich hoffe, dass es gelingt, das besondere Flair von Berlin bei dieser Feier zum Ausdruck zu bringen." Offen ist, wann die Kirche den Papstgottesdienst offiziell bestätigt. Die Frage, welche Stelle Einzelheiten über Benedikts Besuchsprogramm verkünden darf, ist ein Politikum. Neben dem Vatikan sind auch die Gastgeberbistümer Berlin, Erfurt und Freiburg sowie die Deutsche Bischofskonferenz an den Vorbereitungen beteiligt, wobei Rom das letzte Wort hat. Deshalb ist auch noch nicht klar, wann und wo genau die Papstmesse zelebriert wird. Zunächst soll der Besuch des päpstlichen Reisemarschalls in Berlin abgewartet werden, erst dann kann die Entscheidung fallen - wohl im Laufe des Februars.

Doch auch dann wird die Vorfreude auf Benedikt XVI. wohl getrübt sein, denn das Erzbistum sorgt sich um seinen Oberhirten. Wie gestern offiziell bestätigt wurde, musste sich Kardinal Georg Sterzinsky einer Operation unterziehen. Bistumssprecher Stefan Förner sagte, es habe sich um einen kleineren Eingriff gehandelt, der gut verlaufen sei. Weitere Angaben zur Krankheit machte er nicht. Sterzinsky, der bereits seit Längerem gesundheitliche Probleme hat, feiert am 9. Februar seinen 75. Geburtstag.