Demonstration

Besetzer wollen Schulgelände heute verlassen

Seit Freitag vergangener Woche halten Bewohner der Wagenburg Schwarzer Kanal das Gelände einer leer stehenden Schule an der Kreuzberger Adalbertstraße besetzt. Sie protestieren gegen den geplanten Umzug der Wagenburg an der Michaelkirchstraße in Mitte an den östlichen Stadtrand.

Vier bunte Wohnwagen stehen im Innenhof, ihre Bewohner sitzen bei spätherbstlichen Temperaturen davor, fragen sich, wie es nun weitergehen soll. "Ende des Jahres müssen wir das Gelände an der Michaelkirchstraße verlassen", sagt einer. Den insgesamt rund 30 Bewohnern wurde der Nutzungsvertrag gekündigt. Der Eigentümer, die Essener Baufirma Hochtief, will 2010 dort eine Wohnanlage bauen. Doch wohin die alternativen Bewohner mit ihren 25 Bau- und Wohnwagen ziehen sollen, weiß keiner. "Bisher wurden uns nur Gelände östlich von Berlin angeboten", sagt die Sprecherin der Kommune, Nadine Koch. Dort wolle die Gemeinschaft nicht hin, sie wünscht sich ein Gelände im Stadtgebiet.

Heute um 12 Uhr sollen die Protestierer das besetzte Schulgelände verlassen, sonst droht ihnen die Räumung. "Wir gehen auf jeden Fall. Wir wollen jegliche Gewalt vermeiden", kündigt Nadine Koch an. Auch weil heute die Verhandlungen mit dem Geschäftsführer des Liegenschaftsfonds, Holger Lippmann, fortgeführt werden. Die Bewohner hoffen, dass er neue Ideen mitbringt. "Es muss jetzt was passieren. Schließlich brauchen wir noch ausreichend Zeit, um umzuziehen", sagt Nadine Koch.

Doch ob sich eine Lösung finden lässt, ist fraglich, denn in der Berliner Innenstadt ist, nach Angaben Lippmanns, ungenutztes Gelände in ausreichender Größe Mangelware. "Mit der Besetzung des Schulhofs wollen wir zeigen, dass das nicht stimmt", sagt Nadine Koch.