Religion

CDU nimmt Berliner Imame in die Pflicht

Die Berliner Imame sollen sich angesichts der weltweiten Christenverfolgung zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen. Das fordert das Mitglied des CDU-Landesvorstands, Burkard Dregger.

Er hat einen Brief an alle Imame und Moscheevorstände geschrieben, in dem er einen "Schulterschluss gegen Christenverfolgung" anmahnt. Gleichzeitig erhebt er Vorwürfe, dass bisher solche öffentlichen Bekenntnisse nicht stattgefunden haben. Denn es ist nicht der erste Brief, den Dregger an die Imame geschrieben hat.

Schon im November vergangenen Jahres hatte sich der Autor des CDU-Integrationskonzeptes an die muslimischen Geistlichen gewandt und sie aufgefordert, sich klar gegen den islamischen Terror zu äußern. Doch Dreggers Initiative verlief im Sand. "Leider haben Sie diese Chance bislang nicht genutzt", schreibt er nun.

Nun gebe es erneut eine Möglichkeit, sich klar zu den Werten der demokratisch-freiheitlichen Grundordnung zu bekennen. Anlass seien die Anschläge auf Christen in Bagdad Ende Oktober vergangenen Jahres, auf Christen in Nigeria an Heiligabend sowie im Irak, in Pakistan und in Ägypten. Viele Berliner seien aufgebracht, so Dregger, weil Deutschland muslimischen Zuwanderern Religionsfreiheit gewährt, deren Herkunftsländer nicht in gleicher Weise großzügig mit religiösen Minderheiten verfahren würden. "Das höre ich immer wieder in zahlreichen Veranstaltungen und Gesprächen", schreibt Dregger in seinem Brief. "Zeigen Sie, dass Sie nicht nur die freiheitlich-rechtsstaatliche Werteordnung Deutschlands für sich in Anspruch nehmen, sondern für diese Werteordnung hier und anderswo aktiv eintreten", fordert der CDU-Politiker.

Er sehe eine solche Erklärung auch als "riesige Chance" für einen Beitrag der Imame und Moscheevorstände zur Integration, so Dregger gegenüber der Berliner Morgenpost. Das Einfordern eines klaren Bekenntnisses möge nicht bequem sein. "Aber zum Fördern gehört auch das Fordern", sagte der Politiker.

Dregger, der zum konservativen Flügel der Union gehört, beschäftigt sich seit Längerem mit der Integration in Berlin. Bevor er das neue Integrationskonzept der Berliner CDU zusammen mit der stellvertretenden Landesvorsitzenden Monika Grütters schrieb, hatte er viele Moscheen in der Stadt besucht.

Die Diskussion um die Verfolgung von Christen läuft schon seit einigen Wochen.

Erst am Vortag hatte sich Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) für die Aufnahme von 25 000 Flüchtlingen aus dem Irak, vornehmlich Christen, ausgesprochen.

Auch der Senat beschäftigt sich mit dem Thema Religionen in Berlin. Er will nächste Woche eine Konferenz zum Thema "Wie wird die Unkenntnis übereinander zur Neugier, voneinander zu lernen?" Damit soll ein Anstoß für einen Dialog der 250 Kirchen und Religionsgemeinschaften in Berlin gegeben werden. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wird die Konferenz am 17. Januar im Roten Rathaus eröffnen.