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Abriss und Neubau

Was spricht dafür? Das Gebäude lässt sich schon lange nicht mehr wirtschaftlich betreiben, die Ladenzeilen liegen versteckt hinter den wuchtigen Portalen der beiden Bühnen. Der verschachtelte Komplex an der Ecke Uhlandstraße wurde in den 70er-Jahren erbaut. Das dazugehörige Hochhaus ist von der Straße nicht zu erkennen. Nach den Entwürfen des Architekten David Chipperfield würde ein luftigeres Gebäude entstehen, ebenfalls mit Hochhaus - die Läden wären von der Straße erkennbar, die Bühne - nur noch eine - läge im dritten Stock.

Was spricht dagegen? Gegner des Abrisses warnen davor, mit dem Theater und der Komödie am Kudamm würde ein weiteres Stück des "alten" West-Berlins verschwinden. Sie verweisen auf die Tradition der Bühnen - von der allerdings die Fassade des heutigen Gebäudes nichts zeigt.

Der Bürgerentscheid Am kommenden Sonntag, 16. Januar, sind die Einwohner von Charlottenburg und Wilmersdorf aufgerufen, per Bürgerentscheid über die Zukunft der beiden Bühnen zu votieren. Damit der Entscheid zustande kommt, müssen sich 15 Prozent der 237 918 Wahlberechtigten beteiligen. Selbst wenn der Entscheid erfolgreich ist - die einfache Mehrheit der Stimmen reicht -, ist er nicht bindend. Das Bezirksamt unter Federführung von Monika Thiemen (SPD) ist sich einig, dass der Bezirk den Bürgerentscheid, wenn er für den Erhalt beider Bühnen ausfällt, nicht umsetzen wird. Rund 100 Wahllokale werden eingerichtet, 1200 Wahlhelfer werden gebraucht. Das Bezirksamt geht von rund 150 000 Euro Kosten für die Organisation des Bürgerentscheids aus.