Bildungspolitik

Zöllner garantiert einigen Referendaren die Einstellung

Angesichts des Lehrermangels gibt Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) Referendarenin besonders gesuchten Unterrichtsfächern eine Einstellungsgarantie. Das teilte die Senatsbildungsverwaltung gestern mit.

Die Einstellungszusage wird für Referendare wirksam, die im Februar oder im Mai/Juni 2011 ihr zweites Staatsexamen machen. Mit dieser frühzeitigen Offensive hofft Zöllner, die Abwanderung von jungen Lehrkräften in andere Bundesländer aufzuhalten.

Die Einstellungsgarantie betrifft Referendare mit den Fächern Physik, Informatik sowie jene mit den Fächerkombinationen Mathematik/Chemie, Englisch/Mathematik, Latein/Englisch, Latein/Chemie und Latein/Mathematik. Voraussetzung ist, dass die Absolventen die Prüfung mindestens mit der Note drei bestehen.

"Der Schritt ist längst überfällig", sagte Peter Sinram, Sprecher der Lehrergewerkschaft GEW, gestern. Die Gewerkschaft fordere bereits seit Jahren eine solche Garantie. Schon jetzt können Stellen in bestimmten Fächern nicht besetzt werden, weil die Bewerber fehlen. Auch im Vertretungspool sind nach Angaben der Schulleiter keine Mathe- oder Physiklehrer mehr zu finden. Gelegentlich werden Referendare bereits als Klassenlehrer eingesetzt, weil ausgebildete Kräfte auf dem Markt nicht zu finden sind.

Berlin hat die Referendarplätze um 300 auf 2200 erhöht, zudem sollen 600 zusätzliche Studienplätze für Lehramtstudenten geschaffen werden. Das kostet das Land Berlin 4,2 Millionen Euro. Doch die anderen Bundesländer werben die ausgebildeten Kräfte mit der Verbeamtung ab. Daran konnte auch die Gehaltserhöhung für neu eingestellte Lehrer im Herbst vergangenen Jahres nicht viel ändern.

Die jetzt verkündete Einstellungsgarantie habe eher Symbolcharakter, sagte Torsten Ullrich von der Initiative "Verbeamtung jetzt". Referendare mit den genannten Fächerkombinationen hätten de facto ohnehin eine Einstellungsgarantie, da gar nicht genügend Lehrer in diesen Fächern ausgebildet würden. Das Problem der Abwanderung in andere Bundesländer werde Berlin damit nicht lösen, sagte Ullrich.