Nachmittagsbetreuung

Senat baut Schülerclubs in Brennpunkten aus

Der Senat hat die Zahl der Schülerclubs erhöht. Bei gleichem Etat sei es gelungen, die Nachmittagsbetreuung für die Schüler in diesen Einrichtungen der freien Träger von 32 auf 37 Clubs zu steigern, sagte Bildungsstaatssekretärin Claudia Zinke (SPD) gestern nach der Senatssitzung, auf der ein Konzept zur besseren Zusammenarbeit von Schulen, Jugendämtern und freien Trägern beschlossen wurde.

Die Schülerclubs sind ein Beispiel dafür. Sie waren in der Nachwendezeit vor allem im Ostteil der Stadt entstanden, um eine besondere Betreuung der Schüler durch Sozialpädagogen zu ermöglichen. In den vergangenen Jahren wurde dieses Modell auf Brennpunktstadtteile im Westen der Stadt ausgedehnt. Allerdings mussten einige der Schülerclubs im Ostteil dafür schließen. Zinke sprach von einer "Bündelung der Ressourcen", die insgesamt aber zu einem Erfolg geführt habe. 1,2 Millionen Euro gibt der Senat für die Schülerclubs aus. Die Staatssekretärin verwies auf ein Projekt in Reinickendorf, wo die Medienkompetenz von Fünft- und Sechsklässlern gestärkt wurde. Die Schüler entwickelten anhand von Legobausteinen eine Geschichte, die sie am Computer dann umsetzten. Die Präsentation fand schließlich acht Wochen später vor Lehrern und Eltern statt.

Solche Projekte von mindestens einem freien Träger sollen in den nächsten Jahren an allen Schulen organisiert werden. Die Senatsbildungsverwaltung will zudem die Verzahnung von Schulen und Jugendämtern stärken. Eine solche engere Zusammenarbeit ist allerdings in der Vergangenheit schon mehrmals vom Senat angekündigt worden, zuletzt beim Netzwerk Kinderschutz. Auch die gestern von Zinke präsentierten Vorschläge zu einem "ganzheitlichen Ansatz" aller im Kiez arbeitenden Projekte, Ämter und Schulen sind nicht neu. Seit Jahren versuchen die Sozialarbeiter in den Stadtteilen, solch eine Verzahnung herzustellen. Zinke kündigte an, dass die jetzt vorgestellten Ziele in den nächsten zwei Jahren in den Bezirken umgesetzt werden sollen.